Das Plündern von Wracks und das Schmuggeln wertvoller Güter war wohl in der Bretagne weit verbreitet, denn im Jahr 1791 wurde ein Weg angelegt, auf dem Zöllner Tags und Nachts, bei Wind und Wetter immer entlang der Küste patrouillieren konnten, um diesem rechtswidrigen Treiben Einhalt gebieten zu können. Plündern und Schmuggeln spielen heute kaum noch eine Rolle und der Weg wird schon lange nicht mehr von Zöllnern begangen, doch von um so mehr Wanderern.
Die wenigsten werden einen sogenannten Thruhike machen, sondern den Pfad nur abschnittsweise in Angriff nehmen, denn aufgrund des gewundenen Küstenverlaufs summieren sich seine Kilometer auf weit über 2000 auf. Auf dieser Länge durchstreift er viele verschiedene Gebiete, eines schöner als das andere. Da fällt die Wahl schwer, wenn nur wenige Wanderwochen verplant werden können.
Im Rahmen des französischen Weitwanderwegenetzes, in dem die Wege durchnummeriert werden, wird dieser Weg GR34 genannt. Wie alle GR (Grand Randonées, was Weitwanderweg bedeutet), so ist auch dieser durchgehend mit einem roten und einem weißen Streifen markiert. Und das sogar überraschend gut, selbst Abbiegungen werden speziell dargestellt und an Kreuzungen werden die Wege, die nicht zum GR34 gehören, mit einem rot-weißen X hervorgehoben. Orientierungsprobleme kommen so nur selten auf.
Petra und ich wollten mal nicht in den Norden, sondern bei gutem Wetter am Meer wandern. Bei unseren Recherchen sind wir auf den Zöllnerpfad gestoßen. Außerdem wollten wir möglichst wenig Proviant mitnehmen und Zelten. Somit war diese Wahl eigentlich ideal, denn hier hat fast jeder Küstenort einen Campingplatz und an gutem Essen und guten Getränken mangelt es ja in Frankreich nicht.
Da Jürgen und Andrea gerne die Bretagne mit ihrem Wohnmobil bereisen, aber längere Zeit nicht mehr dort waren, entstand die Idee, zusammen mit ihrem Gefährt anzureisen und sich gelegentlich zu treffen.
Insgesamt haben wir uns für diesen Urlaub zwei Wochen Zeit genommen und die Wanderung auf zwei Gebiete verteilt. In der ersten Woche wollten wir an der Rosa Granit Küste entlangwandern und in der zweiten Woche die Halbinsel Crozon umrunden. Hier ist nun unser Reisetagebuch.
Willkommen bei den Ch‘tis
Unsere Katze ahnte wohl schon, dass wir wieder für einige Zeit nicht mehr ihr Futter bereitstellen werden, denn sie hat …
Im Revier von Kommissar Dupin
Nach einem reichhaltigen Frühstück wurden wir wieder von Jürgen und Andrea am Hotel abgeholt, und wir machten uns auf, die …
Der Duft des Meeres
Die Nacht im Zelt war eigentlich recht gut. Es war ruhig, zwar etwas kühl, und der Untergrund einigermaßen eben. Gegen …
Küste und Kapellen
Nachdem wir die bestellten Baguettes und Croissants an der Rezeption abgeholt haben, konnten wir endlich mit dem Frühstück beginnen. Um …
Trump, King Kong und Drachen
Zum Frühstück gab es ein hartgekochtes Ei und Baguette vom Vortag mit Nutella und natürlich eine Tasse Kaffee. Irgendwie sind …
Die Urlaubsretter
Nach dem Fiasko mit dem Abendessen verlief das Frühstück wie gewünscht. Wir hatten einen sonnigen Platz am Pool, mit Tisch …
Friedhof der Fischerboote
Einen Kilometer hinter dem Campingplatz waren wir wieder an Küste auf unserem Weg. Von hier aus gab es einen grandiosen …
Überfahrt
Zum ersten Mal in diesem Urlaub wurden wir nicht von einem strahlend blauen Himmel empfangen, als wir den Reißverschluß unseres …
Schlag mich nicht
Das konnten wir heute auf einem der sechs Eier lesen, als wir den Deckel der Packung aufgeklappt haben. Die Eier …
Belgischer Kreisel
Fast hatten wir es heute morgen geschafft, ohne Bezahlung des Platzes zu übernachten. Gestern hatte Jürgen extra in der Mairie …
Menhire im Mondschein
Die ersten vierzehn Kilometer waren nicht besonders. Nicht besonders hässlich, aber es gab auch nichts besonderes zu sehen, noch nicht …
Das Ende der Welt
Die Gegend, durch die wir die letzten Tage wandern, heißt Finistère, was sich aus dem lateinischen finis terrae ableitet und …
Ausgedörrt
Beim gestrigen Grillen haben wir mit den letzten Baguettestückchen einen kleinen bunten Vogel gefüttert. Dieser hat sich wohl heute morgen …
Dürre, Durst und Dickicht
Wir sind heute etwas früher aufgestanden als sonst, so dass ich noch Zeit hatte, den gestrigen Bericht im WIFI-Bereich der …
Kitsch, Kunst und Krustentiere
Für den WiFi-Zugang an unserem Campingplatz musste ich einen Euro bezahlen, doch der Empfang war, obwohl ich mich in der …
Da hatte einer eine Schraube locker
Entspannt ging es am Samstag los Richtung Heimat. Der Plan war, etwa auf halber Strecke, in Étretat eine Zwischenübernachtung einzulegen. …
Nachtrag
Anfang der Woche bekamen wir die Nachricht, dass das Mobil nicht von der Werkstatt in Frankreich repariert werden kann. Das …

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