Tag 59: Fehlstart

Da die Campingplätze am See Skjelbreivatnet laut Internet geschlossen haben sollten, hatte ich die heute anliegende Etappe umgeplant. Anstatt nach Nordosten wollten wir nach Nordwesten, da dort ein Wanderweg zur nächsten Hütte anfängt, und wir uns so einige Kilometer Weglosigkeit ersparen konnten.

So sind wir dann in kurzer Zeit die 15 Kilometer auf Schotter zum Anfang dieser umgeplanten Strecke in weniger als 3 Stunden gegangen. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass unser Vorhaben unmöglich ist. Eine Felswand versperrte uns den Zugang zum Tal und den Fluß konnten wir aufgrund der Wassertiefe und der Strömung nicht furten.

Blick zurück auf Gressåmoen

Wir hätten zum Anfang zurückwandern können, um dort dann den ursprünglich geplanten Weg zu nehmen. Das wollten wir nicht, denn dann hätten wir eine zweite Nacht in Gressåmoen verbringen müssen. Wir hatten uns schweren Herzens dazu entschieden, nach Snåsa zu wandern oder zu trampen, um dann mit einem Taxi zum Ende der für heute anstehenden Etappe zu fahren. Dies widerspricht zwar dem NPLer-Ehrenkodex, aber es handelte sich ja nur um 10 nicht gewanderte Kilometer. Dies konnten wir mit unserem Gewissen vereinbaren.

Nach wenigen Kilometern Richtung Snåsa sahen wir einen Wegweiser zur einer Hütte, die in dem für uns nicht erreichbaren Tal lag. Hoffnung keimte auf und wir folgten dem angezeigten Weg.

In dem Tal liegt die Almdalshütte

Dieser führte zu einem Bootsanleger. Die Hütte war also nur per Boot erreichbar und dieses lag auf dem anderen Ufer. Dort machten sich gerade eine Frau, ein Mann mit ihren zwei Hunden auf den Weg, um zu unseren Ufer zu paddeln. Als sie bei uns ankamen, fragte ich sie, ob es einen Weg über den Berg gäbe. Dies wussten die beiden nicht.

Hätten sie uns rübergebracht und unserer Weg wäre nicht machbar, dann würden wir in der Falle sitzen. Da die beiden mit dem Auto nach Gressåmoen fahren wollten, habe ich sie gefragt, ob sie uns mitnehmen könnten. Das haben sie sehr gerne und auf dem Weg haben wir uns über unsere Wanderung unterhalten.

Als wir in Gressåmoen ankamen, haben sie uns eingeladen, bei ihnen an der Hütte zu übernachten und am Lagerfeuer frisch gefangenen Fisch zu braten. Dies hörte sich sehr verlockend an, doch wir haben schweren Herzens abgesagt, da wir unbedingt wenigstens bis zur Almdalshütte kommen wollten.

Auch diese Etappe war wieder komplett weglos. Aber nur 14 Kilometer lang. Wir waren aber bereits 17 Kilometer gewandert und inzwischen war es fast Mittag.

Unser Abendessen

Das Wandern fiel uns nach dem ganzen Hin und Her recht schwer, und wir kamen nur recht langsam voran. Bei einer Pause weiter oben am Berg hatten wir Handyempfang und Petra hat die Almdalshütte gebucht. So können wir wenigstens unsere Schuhe am Ofen trocknen, denn bei dem Sumpf hier, werden die immer komplett nass und das nicht nur von außen.

Auf dem letzten halben Kilometer stießen wir auf einen Pfad, der uns zu einer Brücke führte, die genau an unserer Hütte stand.

Sonnenuntergang

Als wir die Hüttentür öffneten war das erste, was wir sahen, ein Regal mit Sachen, die unsere Vormieter nicht wieder zurücktragen wollten: Ein halbvolle Dose Pringels, eine Tüte mit Erdnüssen und zwei Dosen Bier!!!!!

Da wurden NPL-Wanderer-Träume war.

Ein Kommentar

  1. Hallo ihr zwei, weißt du, Petra, was mir als erstes an dem Foto beim Essen aufgefallen ist? Die Tischdecke!!! Wie bei Papa zu Hause.

    Viele Grüße Anke

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