Losgelaufen sind wir mit Regenjacke, doch bereits nach 10 Minuten war es uns zu warm und wir haben sie wieder ausgezogen. Es war windstill und die Sonne kam immer mehr hervor.


Der Weg war relativ flach und wir konnten entspannt wandern. Die Landschaft um uns herum erinnerte an unsere heimische Heide: niedrige Pflanzen (wie Blaubeere oder Flechten) bestimmten das Bild, ab und zu von kleinen, krüppeligen Bäumen (meistens Birken) durchsetzt. Dazwischen grasten Kühe die hier eine schier endlose Weidefläche hatten.


Schnell kamen wir voran und hatten bereits vor 12 die Storhøliseter (seter = Alm) erreicht. Die dortige DNT Hütte haben wir für unsere Mittagspause genutzt, wo wir uns Kaffee gekocht, Porridge für Petra und gefriergetrocknete Pasta Bolognese für mich zubereitet haben. Außerdem haben wir die Detailplanung für die kommenden Tage gemacht.


Nach einer Stunde ging es weiter. Zunächst mussten wir einige 100 Höhenmeter hinauf, so dass wir erneut einen tollen Ausblick auf die gerade durchwanderte Heidelandschaft aber auch auf Jotunheimen hatten.


Am höchsten Punkt hatten wir einen gigantischen Ausblick auf das sehr schöne Espedalen: Unter uns lag auf beiden Seiten des Tals ein schöner Nadelwald und in der Mitte floß die Espa durch viele langgestreckte Seen.


An der Brücke über die Espa haben wir noch mal eine Pause eingelegt, da ein steiler Anstieg zum Etappenziel der Ruten Fjellstue anstand, die wir dann 20 Minuten später erreicht haben. Oben kamen wir verschwitzt an, wir hätten doch die T-Shirts anstelle der Longsleeves anziehen können.
Die Fjellstue ist teurer, als wir es bisher erlebt haben. Das Abendessen war aber sehr gut und die Portionen groß genug für zwei hungrige Wanderer.


