Der Fischerweg (englisch: Fishermen-Trail, portugiesisch: Trilho dos Pescadores, der ein Teil des Rota Vicentina ist) führt von SInes bis Lagos über 220km den Wanderer an der portugiesischen Atlantikküste entlang, fast ausschließlich innerhalb des Nationalparks Vicentina. Der Name liegt darin begründet, dass auf diesem Weg die Fischer zur ihren Häfen und die Angler zu ihren Angelplätzen, die sich oft hoch oben auf den steilen Klippen befinden, gelangen.
Wir haben während unserer letztjährigen Norwegenwanderung vom Fischerweg erfahren, und da wir gerne mal wieder in etwas wärmeren Gegenden unterwegs sein wollten, uns entschieden, ihn in Angriff zu nehmen.
Obwohl er erst 2012 offiziell eröffnet wurde, ist er inzwischen recht bekannt und relativ voll. Gefühlt mindestens die Hälfte der Wanderer sind Deutsche. Die meisten scheinen ihn von Nord nach Süd zu wandern (so auch wir). Da in Abständen von ca. 20km immer Ortschaften erreicht werden, sind die Etappen schon quasi vorgegeben und so trifft man sich auf diesem Weg immer wieder. Verpflegung und Übernachtung sind somit auch kein Problem.
Die Aussichten sind oft phänomenal, solange der Weg in Küstennähe ist. Doch ungefähr die Hälfte des Weges führt auch etwas abseits des Meeres entlang, und diese Abschnitte sind meist recht eintönig. Auch sind die meisten Ortschaften nicht sehr idyllisch, man merkt, dass diese Gegend nicht gerade von Reichtum geprägt ist. Aber das Essen ist immer hervorragend.
Wir waren Mitte März unterwegs und die Temperaturen waren zum Wandern meistens optimal. Abends wurde es immer recht kühl, so dass wir unsere Daunenjacken angezogen haben. Da wir alles im Voraus gebucht hatten, hatten wir auch nie Probleme, eine Unterkunft für die Nacht zu bekommen.
Vom Anspruch her, ist dieser Weg nicht mit Wanderungen in Norwegen oder den Alpen zu vergleichen. Maximal sind 450 Höhenmeter hinauf pro Tag zu bewältigen. Die Steigungen sind (bis auf die letzten 2/3 Etappe) moderat und Trittsicherheit ist meistens auch nicht unbedingt erforderlich. Zu unserer Zeit gab es zwei etwas tiefere Furten, die uns aber auch vor keine Probleme stellten. Doch viele Mitwanderer hatten damit überhaupt keine Erfahrungen und waren da fast überfordert. Aber Steilheit, Trittsicherheit und Gefährlichkeit sind subjektive Kriterien, ich kann das nur von unserer Warte aus beschreiben.
Die Markierung des gesamten Weges war hervorragend. Mit parallelen, horizontalen Streifen in blau und grün. Vor Kreuzungen gab es meistens einen blauen Pfeil, der anzeigt, in welcher Richtung es weiter geht. Und die Wege, die ebenfalls in die Kreuzung münden, aber die falschen sind, wurden mit einem blau-grünen Kreuz markiert.
Einige haben für diesen Weg Gepäcktransport organisiert, wir sind mit recht kleinem Gepäck unterwegs gewesen. Unsere Rucksäcke haben incl. Wasser und Tagesverpflegung keine 9kg gewogen.
Hier ist unser Reisebericht zum Fischerweg, der laut Werbung „Wahrscheinlich einer der besten Küstenwege der Welt“ ist.
Drüber, drunter und durch
Es ist schon erstaunlich, wie viele unterschiedliche Verkehrsmittel man braucht, um an sein Urlaubsziel zu kommen. Gestern sind wir von Anke und Alf mit dem Auto zum Sterkrader Bahnhof gebracht worden, von wo aus wir mit dem Zug zum Bahnhof Düsseldorf Flughafen gefahren sind. Die Hochbahn hat uns dann zum Terminal A gebracht. Dort sind […]
Sand im Stiefel
Gestern Abend hatten wir eigentlich vor, nach einer Partie Kniffel noch irgendwo eine Kleinigkeit zu essen. Doch als wir bei einem Glas Rotwein im Foyer des Hotels gezockt haben, kamen wir mit zwei deutschen Frauen ins Gespräch. Die nette und kurzweilige Unterhaltung hat dann zu lange gedauert, so dass es zu spät wurde, um Essen […]
Acacia longfolia
Zum Frühstück müssen wir heute Morgen die Fußgängerzone hinunter Richtung Fluß. Das Café, in dem wir gestern gegessen hatten, hat bereits ab 8 Uhr geöffnet. Drinnen gibt es zwei schmale Tischchen mit noch schmaleren Bänken und winzigen Stühlen. Die Bedienung erklärt uns auf portugiesisch und gestenreich die Karte, wir bestellen Fruchtsalat, Sandwich, Rührei, frisch gepressten […]
Zweigeteilt
Was gestern nach Redaktionsschluss geschah: Um 17Uhr hielten wir es nicht mehr aus, das Brummen in unseren Mägen. Sie verlangten eindeutig nach Nahrung, aber hier in Portugal öffnen die meisten Restaurants um 18Uhr wenn nicht sogar 19Uhr. Dennoch haben wir es probiert und sind zu dem Lokal gegangen, was wir keine 50m weiter die Straße […]
Wiedersehen
Auf einem Langstreckenweg gibt es ständig ein Wiedersehen. Einige Leute trifft man jeden Tag, manche Tage lang nicht. So geht es schon die ganze Zeit. Einigen haben wir inzwischen schon Spitznamen gegeben. Beispielsweise dem Tütenmann, einem Wanderer der jeden Tag eine Plastiktüte draußen an seinem Rucksack befestigt hat, so dass sie ihm bei jedem Schritt […]
Gefudelt
Gestern Abend haben wir auf der großen Terrasse des Restaurants, das zu unserem Hotel gehört, gegessen. Eine Glaswand hat den kühlen, abendlichen Wind meistens abgehalten, doch ohne unsere Daunenjacken wäre es schon ungemütlich gewesen. Das hätten wir uns auch nicht vorstellen können, dass wir unsere Daunenjacken hier so oft verwenden werden. Irgendwie stellt man sich […]
Utopie
Normalerweise sind wir Frühaufsteher. Halb Sechs ist zu Hause die Nacht vorbei. Selbst im Urlaub stehen wir nicht viel später auf. Doch, noch im Bett liegend, hören wir den Regen gegen die Fenster platschen und Frühstück gibt es ohnehin erst ab acht Uhr. Also bleiben wir bis halb acht im Bett. Als wir an dem […]
Badetag
Nach einem erstaunlich guten Frühstück wandern wir wieder Richtung Küste. Britta ist schon vor uns losgegangen, kommt uns aber in Begleitung eines Mannes mit wehendem, weißen Bart wieder den Berg hoch entgegen. Die beiden erzählen von einer gefährlichen, tiefen Furt, die einige zwar durchquert haben, sie sich das aber nicht zutrauen. Sie wollen deswegen wieder […]
Etwas alpiner
Das schlechte Zimmer unserer Herberge wurde mehr als wettgemacht von dem bisher besten Frühstück auf dem gesamten Weg. Eine riesengroße Auswahl an frischen Weintrauben, Erdbeeren, Melonen, Käse, Aufschnitt, Müsli, O-Saft und von verschiedenen Brotsorten und alles liebevoll angerichtet. Auch das Rührei war superlecker. So gestärkt machen uns wir auf die neunte Etappe. Anfangs läuft vor […]
Letzte Bratwurst vor Amerika
Gestern Abend haben wir Bernhard und Katrin wieder getroffen, die zufällig im gleichen Restaurant abgestiegen sind, wie wir. Der Tisch neben den beiden war frei, und so haben wir einen weiteren, sehr netten Abend mit ihnen bei interessanten Gesprächen, Seafood und Vinho Verde verbracht. Wie immer in diesem Urlaub wandern wir gegen 8:45Uhr los, denn […]
Luxusvilla
Heute laufen wir wieder bei herrlichstem Sonnenschein los. Der Weg folgt wie immer der Küste, tief blaues Wasser so weit wir schauen können, steile Klippen, gegen die hohe Wellen klatschen. So vergehen die ersten Kilometer wie im Flug. Dann zweigt der Weg etwas von der Küste ab und wir laufen durch eine flache mit Gras […]
Finale
Da Petra gestern noch schnell einkaufen war, haben wir heute zwei Croissants, Nutella und Honig zum Frühstück. Außerdem haben wir gestern noch die restlichen zwei Scheiben Weißbrot von unserem Abendessen mitgenommen und nun getoastet. Kaffee gibt es hier im Appartement ohnehin. Danach geht es wieder den recht steilen Weg hinunter zum Ort, dann durch die […]
Abreise
Nur ein paar Fotos von unseren letzten Tagen in Portugal.

