Auf Sonnenschein folgt Nebel
Auf Sonnenschein folgt Nebel

Gegen Fünf wache ich auf und gehe kurz vors Zelt. Im Osten ist bereits die rote Sonne zu sehen, die noch teilweise hinter einer dünnen Wolkenschicht verborgen ist. Über uns blauer Himmel und in Zielrichtung sehe ich Nebelbänke, die sich im Tal herumlungern. Aber als wir dann um Sieben aufstehen, hat sich das Bild drastisch verändert, denn der Nebel ist wohl aus den Tälern zu uns hinaufgezogen. Es ist zwar windstill, der See neben uns gleicht einem Spiegel, doch die Sicht reicht nicht sehr weit.

Wieder folgen wir dem Rentierzaun, der nach wenigen Kilometern einen breiten Fluss quert. Doch der Fluß ist wesentlich breiter als tief, denn wir können ihn problemlos furten. Im dichten Nebel geht es dann wieder den Grashang hinauf bis zur Hütte Stohpojohka, die sich erst 100 Meter vor uns aus dem Nebel materialisiert. Es ist eine private, offene Hütte, die jeder benutzen darf. Sie ist aber auch nur mäßig gemütlich und wir hätten sie auch nur im äußersten Notfall verwenden wollen.

Hier verlassen wir tatsächlich unseren stummen Wegbegleiter, den Zaun, und der Wanderweg ist nun mehr oder weniger auch der Weg, den die Quads nehmen. Das hat Vor- und auch Nachteile. Dadurch, dass die geländegängigen Fahrzeuge hier entlangfahren, ist der Wanderweg so fast zu einer Schotterpiste geworden und lässt sich problemlos und zügig gehen. So lange der Untergrund trocken ist. In schlammigen Abschnitten wühlen die Räder den Boden dermaßen auf, dass die Schlammpfützen imm

Auf Sonnenschein folgt Nebel
Immer am Zaun entlang
Immer am Zaun entlang

Die Nacht ist windstill und ruhig, nur ab und zu und recht leise hören wir das Klingeln eines Glöckchens. Zunächst denken wir, wir haben uns verhört, doch dann schauen wir raus und entdecken zwei Rentiere, die in unmittelbarer Nähe äsen und bis auf das Bimmeln nicht zu hören sind.

Am nächsten Morgen wachen wir wieder erholt auf, nur sehen wir, mindestens um 20 Jahre gealtert aus. Tränensäcke wo vorher straffe Haut war, daumendick. So geht es uns immer, wenn wir hier zelten. Keine Ahnung, woran das liegt.

Eine weitere Sache, die bei so einer Tour nicht so schön ist, ist der eigene Geruch, den man selbst langsam wahrnimmt. Und dann erst die Socken. Besser ist es, die im Vorzelt nicht am Kopfende aufzubewahren, denn sie verströmen einen Geruch nach Iltis, oder eher nach verwesendem Iltis.

Und bei diesem Wetter trocknen weder Hose, Shirt und Socken über Nacht. Das heisst, wenn man nicht gerade noch saubere und trockene Wechselwäsche hat, dass man klamme bis nasse Klamotten anzieht. Ganz zu schweigen von den Schuhen, die noch nicht einmal einen mü trockener sind, als am Vortag.

So weit zur Campingidylle einer Wandertour.

Nach dem das Zelt abgebaut und alles wieder in den Rucksäcken verstaut ist, geht es weiter rechts am Bach entlang den Berg hinauf. Die Markierungen sind deutlich sichtbar, aber nur selten haben wir einen richtigen Pfad.

Wir sind kaum eine halbe Stunde unterwegs, da wird es auf ein Mal

Immer am Zaun entlang
Wattwanderung
Wattwanderung

Unsere Wünsche werden nicht erhört, denn wir werden mit dem Geräusch von Regen, der auf unser Zelt fällt, wach. Geschlafen haben wir aber sehr gut und fühlen uns fit für die nächste Etappe.

Diese beginnt direkt mit einer Furt und einem darauffolgenden steilen Anstieg, einen grasbewachsenen Hang hinauf. Einen Pfad gibt es nicht, nur mehrere, kaum erkennbare Spuren unserer Vorwanderer. Diese Spuren verlaufen sich aber immer wieder, doch zur Orientierung sind hier Steinmännchen oder auf Steine in rot gemalte Ts.

Nach 200 Höhenmetern flacht der Weg ab. Es geht nun leicht bergauf und bergab. Der Nieselregen hat inzwischen aufgehört und das Wandern macht nun, da wir nicht auf einer Straße unterwegs sind, sondern auf einem richtigen Wanderweg, deutlich mehr Spaß. 

Mehrmals müssen wir furten, doch wir finden immer wieder eine Stelle, bei der wir von Stein zu Stein gehend höchstens knöcheltief im Wasser stehen. So kommen wir in unseren Bergstiefeln trocken auf die andere Flussseite.

Nach 8 Kilometern erreichen wir einen einsamen Fjord, an dessen Ufer wenige Hütten stehen. Da wir kurze Zeit später in einigen 100 Metern Entfernung zwei Quads sehen, die den Rentierzaun entlangfahren, wohl um diesen zu kontrollieren und gegebenenfalls reparieren, nehmen wir an, dass in diesen Häusern Sami leben. 

Unser Weg führt uns über einen weiteren Höhenzug und wir erreichen einen weiteren Fjord. Steil fallen die Felse

Wattwanderung
7000 Meter unter dem Meer
7000 Meter unter dem Meer

Als ich das erste mal aufwache ist es gegen 5 und draußen sieht alles heller und freundlicher aus als gestern.  Ich drehe mich noch mal in meinem gemütlichen, warmen Bett um, und schlafe wieder ein. Um 7 ist das Wetter aber eher wie gehabt, windig, kalt und nieselig. Kurz taucht der Gedanke auf, einfach einen Tag länger hier zu bleiben, doch das wollen wir auch nicht.

Gegen 9 brechen wir in voller Regenmontur auf, um zunächst 10 trostlose Asphaltkilometer hinter uns zu bringen. Selbst zu so recht früher Stunde sind Wohnmobile, Busse und auch wieder zahlreiche Radfahrer unterwegs zum Nordkap. Auf uns wartet aber heute ein spannenderes Ziel: der Nordkaptunnel.

Als Abkürzung von mehr als 22 Kilometern dorthin, verlassen wir nach 10 Kilometern die Straße und wandern einen relativ gut ausgewiesen Weg 4 Kilometer durch sumpfiges, nasses Fjell. Kaum haben wir den Weg betreten, legen wir eine erste Pause ein, bei der uns unsere Plane Schutz vor Wind und Regen bietet.

Wir sehen ein paar Rentiere, denen dieses Wetter überhaupt nichts auszumachen scheint. Bis auf eine etwas steilere Passage ist der Weg gut zu finden und gehen. Nach 1,5 Stunden erreichen wir wieder die Küstenstraße, der wir nun die letzten 5 Kilometer bis zum Tunneleingang folgen.

Kurz vor dem Tunnel liegt ein Rastplatz mit einem WC-Häuschen, das ein paar überdachte Sitzgelegenheiten anbietet. Hier legen wir eine längere Rast ein, kochen Wasser für unsere

7000 Meter unter dem Meer
Die Magie einer Lüge 
Die Magie einer Lüge 

Der nördlichste Punkt Europas ist, wenn man Inseln mit dazuzählt, Kap Fligley auf der Rudolf Insel. Sollen Inseln außen vor bleiben, dann ist es Kinnarodden in Norwegen. Wie kommt denn nun das Nordkap ins Spiel, werden sich die meisten Leser nun fragen. Selbst wenn man großzügig behauptet, die Insel, auf der es liegt, ist so nah am Festland und außerdem über einen Tunnel erreichbar, dass es eigentlich zum Festland zählt, dann gibt es auf dieser Insel einen noch weiter nördlich gelegenen Punkt. Es wurde das Nordkap einfach ausgewählt, weil es auf so einer eindrucksvollen Klippe liegt und gut zu erreichen ist. Und die Lüge, dass diese Klippe der nördlichste Punkt unseres Kontinentes ist, hält sich seit vielen Jahrzehnten beharrlich.

Darum pilgern auch tausende von Touristen dorthin, so auch wir, denn unser Wanderweg der E1 beginnt genau dort, sehr wahrscheinlich aufgrund dieser Lüge. Der E1 zieht sich hinunter bis nach Sizilien, doch so weit werden wir ihm dieses Jahr nicht folgen. Und zunächst müssen wir überhaupt dort hin gelangen.

Noch sind wir in Alta. Nach einem reichhaltigen Frühstück ziehen wir los, um im Baumarkt nebenan Gaskartuschen zu kaufen. Nach langer Suche wollen wir schon aufgeben und auf 10 Uhr warten, denn dann öffnet das Sportgeschäft etwas weiter die Straße hinunter. Doch dann frage ich die Frau an der Kasse, die uns genau beschreibt, wo wir sie finden können.

Dann warten wir bis 11, checken aus, und begeben uns zur Halteste

Die Magie einer Lüge 
Brennstoffproblem
Brennstoffproblem

Ein Problem, das wir bei jeder Wanderung haben, ist das Besorgen des Brennstoffs für unseren Kocher. Früher brauchten wir Spiritus, seit einigen Jahren Gas. Beides darf man, im Gegensatz zu Waffen und Munition, überhaupt nicht im Flugzeug (und auch Fähren, wie wir bei unserem Coast-To-Coast-Trek feststellen mussten) mitnehmen. Also müssen wir es am Zielort einkaufen. Hier in Alta sind wir so spät angekommen, dass alle Läden bereits geschlossen waren. Heute, einem Sonntag, machen die meisten Läden leider nicht auf. Darum haben wir schon im Vorfeld ein weiteres Hotel für die Nacht auf Montag gebucht.

UiT: Die Arktische Universität in Alta

Nach einem mickrigen Frühstück, bestehend aus den Resten des Reiseproviants von gestern und einer Tasse Kaffee, packen wir unsere Rucksäcke und gehen die 1,5 Kilometer zu diesem Hotel. Anfangs noch im Nieselregen kommen wir am Hotel sogar bei recht freundlichem Wetter an. Leider ist es noch zu früh, die Zimmer müssen noch gereinigt werden, also lassen wir unser Gepäck an der Rezeption und drehen eine Runde durch Alta-Downtown.

Auch hier wurden/werden Schieferschindeln hergestellt

Hier gab es gestern wohl ein großes Fest, denn auf einem Platz steht eine riesige Bühne, drum herum stehen Buden, an denen Getränke und Fastfood verkauft wurden, dazwischen viel Müll.

Die Hauptstraße, an der fast alle Hotels, Läden und Restaurants liegen, ist sehr schmal und für Autos gesperrt. An ihrem Ende liegt die eindru

Brennstoffproblem
Gefahrgut
Gefahrgut

Es geht mal wieder nach Norwegen - wie sollte es auch anders sein. Unsere Freunde machen sich schon lustig darüber. Aber was sollen wir machen?Wir finden nun mal, dass es das beste Wanderland überhaupt ist. Einsame, tolle Landschaften, das Wasser in Bächen und Seen ist trinkbar, man kann überall Zelten, gemütliche Berghütten, nette Menschen, relativ gut und schnell zu erreichen.

Ich verfolge gerade den Blog von Isabella und Max, die den PCT abwandern. Dort hatten sie an vielen Tagen 40 Grad im Schatten, oft auch mehr - und meistens keinen Schatten. Und Trinkwasser ist auf vielen Etappen auch ein Problem gewesen. Ohne die Trailangels wären die PCT-Wanderer aufgeschmissen, denn nur durch ihr Engagement kommen sie an Trinkwasser, da sie die Watercaches jeden Tag auffüllen. Regen gab es dort bisher nur an wenigen Tagen.

Ganz anders in Norwegen. Während ganz Deutschland seit Wochen unter einer Hitzeperiode leidet, regnet es dort fast jeden Tag und die Temperaturen sind weit unter 20 Grad. Auch die Prognose für unsere ersten Etappen sieht nicht gut aus. Das hat aber auch seine Vorteile, denn Mücken werden uns wohl nicht plagen und auch nicht hohe Temperaturen.

Wandern wollen wir übrigens vom Nordkap aus Richtung Süden bis zum Dreiländereck bei Kilpisjärvi. Das sind ungefähr 20 Etappen, wir haben aber insgesamt 4 Wochen Urlaub, so daß wir uns Zeit lassen können. Doch zunächst müssen wir in den hohen Norden kommen, und das dauert heute 19 Stunden.

Gefahrgut
Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 4
Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 4

Tag 13: Siena

Tag 14: Fattoria La Vialla

Tag 15: Garda See

Tag 16: Garda See - Allgäu

Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 4
Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 3
Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 3

Tag 9: San Gimignano

Tag 10: Volterra

Ausblick von Volterra

Tag 11 + 12: Relaxen am Mittelmeer bei Grosseto

Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 3
Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 2
Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 2

Tag 6: Lucca

Campingplatz in Lucca

Tag 7: Lucca und Pisa

Piazza Anfiteatro in Lucca

Puccini, der aus Lucca stammt

Der Schiefe Turm von Pisa im Hintergrund

Petra versucht, den Turm geradezurücken

Auch ich bin erfolglos, der Turm bleibt wohl schief

Pisa und sein Turm

Pisa, am Arno

Pisa, noch mehr Arno

Tag 8: Certaldo

Die Altstadt von Certaldo

Petra, ich und ein abstraktes Kunstwerk in Certaldo

Weinprobe auf dem Campingplatz bei Certaldo

Foto Reisetagebuch Italien 2026, Teil 2
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Wandern

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