Roadtrip Norwegen 2026: Rundfahrt Senja und Besteigung des Hesten
Roadtrip Norwegen 2026: Rundfahrt Senja und Besteigung des Hesten

Morgens scheint noch die Sonne, doch im Laufe des Tages zieht es sich immer mehr zu und zum Abend regnet es mal wieder. Doch wir starten die Inselrundfahrt wie gesagt bei sonnigem Wetter.

Leider ist die Südhälfte der Insel nicht richtig spektakulär, erst als wir wieder im Norden sind, wird es interessanter. Da sich nun aber immer mehr Wolken vor die Sonne schieben, sind die Farben etwas flauer.

Der Start am Hafen, wo auch der kostenpflichtge Wanderparkplatz liegt.

Ich habe diese Wanderung herausgesucht, weil eine Google-Anfrage diese als lohnenswert geliefert hat. Leider ist sie durch Instagram momentan total gehypt, da das Bild der Segla vom Hesten aus fotografiert viral gegangen ist. Aus allen Ländern kommen sie angereist, um selbst diese Aufnahme zu machen. So viele Japaner wie hier, habe ich in Norwegen noch nie an einem Tag gesehen.

Die „gefährlichen“ Stellen wurden entschärft, in dem Holztreppen in den Berg gebaut wurden. Überall sind Hinweisschilder, dass man auf den Pfaden bleiben soll. Und Absperrungen an Pfaden, die nicht die offiziellen sind.

Das Objekt der Begierde.

Hätte ich das alles vorher gewusst, dann wären wir heute hier nicht hinauf. Aber da wir nun schon mal hier sind, sind wir flux hinauf, haben unser Foto gemacht und sind wieder hinunter. Nach 1,5 Stunden sind wir wieder am Wagen.

Am windigen Pass.

Oben war es auch zu windig und ungemütlich., um eine längere Pause ei

Roadtrip Norwegen 2026: Rundfahrt Senja und Besteigung des Hesten
Roadtrip Norwegen 2026: Besteigung des Sukkertoppen und des Husfjellet
Roadtrip Norwegen 2026: Besteigung des Sukkertoppen und des Husfjellet

Heute ist noch besseres Wetter als gestern vorhergesagt und der Wetterbericht hat Recht. Bei diesem Wetter leuchten die Farben in der Natur: das Blau des Meeres und des Himmels, das Grün der Bäume, das Gelb des Grases. Fast schon kitschig. So ist Autofahren wie Kino.

Wir wachen früh auf und kommen somit auch recht früh weg, um zum Einstieg des Sukkertoppen zu fahren, der ungefähr 40 Kilometer vom Campingplatz entfernt ist.

Der Ort Hamn, wo der Weg beginnt.

Die Straße ist zum Teil nur 1,5 - 1 spurig mit vielen Ausweichstellen. Gut, dass so wenig Verkehr herrscht. Der Parkplatz ist zugleich der Anfang des Weges, der sich steil durch den Wald nach oben kämpft.

Diese Hotelanlage ist nicht gerade billig.

Auf halber Strecke kommen uns zwei Trailrunnerinnen entgegen, deren grell leuchtende Shirts ich bereits unten vom Parkplatz aus knapp unterhalb des Gipfels ausmachen konnte. Ansonsten sollten uns nur noch circa 10 weitere Wanderer entgegen kommen.

Der Berg rechts ist der Sukkertoppen, der Aufstieg erfolgt aber auf der anderen Seite. Wir sind allerdings nur bis zur Spitze rechts neben dem Gipfel gekommen.

Petra schließt zu mir auf

Kurz vor unserem Umkehrpunkt.

Knapp unterhalb des Gipfels, weiter habe ich mich nicht getraut.

Nach 2,5 Stunden sind wir schließlich wieder am Wagen und fahren direkt weiter Richtung Skaland, wo wir auf das Husfjellet aufsteigen wollen. Um dorthin zu gelangen, müs

Roadtrip Norwegen 2026: Besteigung des Sukkertoppen und des Husfjellet
Roadtrip Norwegen 2026: Besteigung Gammelveten und Spaziergang im Ånderdalen Nasjonalpark
Roadtrip Norwegen 2026: Besteigung Gammelveten und Spaziergang im Ånderdalen Nasjonalpark

Direkt hinter unserem Campingplatz liegt der Berg Gammelveten, was übersetzt „Altes Wissen“ bedeutet. Der Campingplatzwirt hat uns von dem tollen Rundumblick dort oben vorgeschwärmt. Und da wir nicht unbedingt weit fahren wollen, haben wir diese Wanderung für heute eingeplant. Und das Wetter ist mal wieder wesentlich besser als vorhergesagt.

Durch diesen nun fast herbstlichen Wald geht es hinauf.

Anfangs folgen wir noch einem Forstweg, der sich steil den Berg durch den Wald hindurchschlängelt. Nach 150 Höhenmetern endet diese Straße und der eigentliche Wanderweg beginnt. Das Ende des Forstwegs wird durch ein altes Wohnmobil markiert. Warum der Besitzer sich die Mühe gemacht hat, es hier hinauf zu bringen, nur um es verfallen zu lassen?

Autoentsorgung auf norwegische Art.

Je höher wir kommen, desto besser wird der Weitblick.

Kaum verlassen wir den Wald, flacht der Weg zunächst ab und es wird sumpfig. Doch das sind wir bereits von unseren zahllosen Wanderungen hier in Norwegen gewohnt.

Das letzte Stück hinauf zum Gipfel ist dann auch noch felsig.

Nach insgesamt 450 Höhenmeter kommen wir am Gipfel an und stellen fest, der Campingplatzwirt hatte Recht, der Ausblick hier oben ist gigantisch, fast die gesamte Insel Senja können wir überblicken.

Zur Mittagszeit sind wir unten an unserer kleinen, gemütlichen Hütte und wärmen die Reste vom Vortag auf. Danach geht es die knapp 20 Kilometer zu

Roadtrip Norwegen 2026: Besteigung Gammelveten und Spaziergang im Ånderdalen Nasjonalpark
Roadtrip Norwegen 2026: Skittenelv-Senja
Roadtrip Norwegen 2026: Skittenelv-Senja

Als wir gegen sechs Uhr aufwachen, denken wir, wir träumen noch, denn wir sehen durch das Panoramafenster blauen Himmel, die gegenüberliegenden Berge und sogar Sonnenschein. Das stand gestern noch ganz anders im Wetterbericht. So eine Überraschung ist natürlich immer willkommen.

Gestern war von diesen Bergen nur ein Bruchteil undeutlich zwischen den Wolkenfetzen zu erkennen.

Punkt acht wurde uns unser Frühstückskorb zur Hütte gebracht.

Nach dem Frühstück fahren wir einen Teil der gestrigen Strecke wieder zurück, und freuen uns, nun alles im Sonnenschein betrachten zu können. In Tromsø halten wir kurz zum Laden und Einkaufen an, dann geht es auch schon weiter.

Wir sehen links wieder die Lyngenalpen und bei diesem herrlichen Wetter wirken sie um einiges beeindruckender. Nach einem kurzen Zwischenstop auf einem Rastplatz, wo wir uns einen Kaffee kochen und eine Kleinigkeit essen, fahren wir nun wieder Richtung Küste auf die Insel Senja.

Dort, mittendrin, liegt der Campingplatz, auf dem wir für drei Nächte eine Hütte mieten. Von hier aus wollen wir in den nächsten zwei Tagen die Insel umrunden und einige, kleinere Wanderungen unternehmen, die einen umwerfenden Blick auf die Küste und die Berge bieten sollen.

Heute machen wir aber nur einen kleinen Spaziergang durch den Wald.

Roadtrip Norwegen 2026: Skittenelv-Senja
Roadtrip Norwegen 2026: Burfjord-Skittenelv
Roadtrip Norwegen 2026: Burfjord-Skittenelv

Heute lade ich zum ersten Mal in meinem Leben ein E-Auto betankt und muss lächeln, als die Ladegeschwindigkeit in km/min angegeben wird. Da wir 90 Kilometer gestern gefahren sind, muss ich als bei 8 km/min 12 Minuten warten. In der Zwischenzeit geht Petra im nebenanliegenden Coop einkaufen.

Zunächst fahren wir nach Djupvik, wo eine alte nazi-deutsche Geschützbunkeranlage mit Blick auf die Lyngenalpen zu besichtigen ist. Leider hängen die Wolken heute sehr tief, so ist die Sicht auf die Gletscher fast die ganze Zeit hinter den Wolken nur zu erahnen. Aber wir freuen uns, dass es meistens überhaupt nicht oder nur wenig regnet.

Im Gestrüpp ist die kreisrunde Schiene, auf der der Geschützturm lief, kaum noch zu erkennen.

Ich weiß nicht, ob hier je eine Kugel verschossen wurde, aber die Aussicht ist schon bombe.

Ein gesprengter Bunker.

Das Foto gibt das Wetter von heute recht gut wieder.

Etwas unterhalb der alten Bunkeranlage.

Blick, den Fjord hinein.

Nach diesem kleinen Spaziergang von vielleicht drei Kilometern fahren wir weiter zur Fähre Richtung Lyngen. Eigentlich wollen wir dort eine Wanderung zum Blåisenvatnet machen, doch wir finden keine geeignete Unterkunft.

Auf der Fähre.

Darum geht es direkt weiter zur Fähre Richtung Breidvik.

Fähre knapp verpasst, eine Stunde Warten am Fähranleger.

Zweite Fährfahrt.

Da geht`s hin.

Unser heutiges Ziel ist eine Anlage mit mehreren Hütten, die

Roadtrip Norwegen 2026: Burfjord-Skittenelv
Roadtrip Norwegen 2026: Alta-Burfjord
Roadtrip Norwegen 2026: Alta-Burfjord

Nachtrag zu gestern: Mir ist zum ersten Mal ein perfektes Kniffel-Spiel gelungen. Dazu muss man wissen, dass wir über das ganze Blatt spielen und jede Zeile immer von links nach rechts ausfüllen. Hier ist der Beweis:

8:45 Uhr fährt uns der Snelandia Bus 110 von Olderfjord zum Alta Flughafen. Dort wollen wir den gebuchten VW ID3 abholen. Der Hertz-Schalter ist, als wir ankommen, aber zu und der Automat akzeptiert unsere Buchungsnummer nicht. Ein Telefonat mit dem Vermieter klärt uns darüber auf, dass die Buchungsnummer erst ab dem Zeitpunkt der Reservierung gültig ist, und wir waren 30 Minuten zu früh dran. Außerdem soll aber 11 der Schalter für uns geöffnet werden. Im Gegensatz zur Aktivierung der Buchungsnummer nimmt es Hertz mit dem Öffnen des Schalters nicht so genau. Die junge Frau trudelte erst gegen 11:15 ein. Außerdem sagt sie kaum etwas, da sie gerade von einer Zahn-OP kommt und ihr Gesicht noch ganz taub von der Betäubung ist. Wir unterschreiben den Vertrag, kriegen den Schlüssel, das wars.

Da der Parkplatz vom Flughafen recht klein ist, finden wir unseren weißen Wagen recht schnell. Dann fahren wir ins Stadtzentrum und kaufen für mich bequeme Outdoor-Schuhe, ein Besteck-Set und einen Haufen Lebensmittel ein.

Weiter geht es zum Alta-Museum, wo 7000-2000 Jahre alte Stein-Zeichnungen (besser gesagt Ritzungen) zu sehen sind.

Zur Verdeutlichung wurden anfangs die Zeichnungen von den Archäologen rot hervorgehoben. Hier sieht ma

Roadtrip Norwegen 2026: Alta-Burfjord
Siebter Sinn
Siebter Sinn

Meine Wanderschuhe halten in der Regel maximal drei Jahre, dann sind sie durch. Das Paar, das ich hier in Norwegen dabei habe, ist vom letzten Jahr. Seitdem war ich mit ihnen in Norwegen, Bayerischem Wald, in den österreichischen und deutschen Alpen und in Portugal unterwegs, ganz zu schweigen von etlichen Tagestouren in unserer Heimat. Nie hatte ich Probleme mit ihnen. Doch schon wenige Schritte nach dem Start am Nordkap habe ich gemerkt, dass meine mittleren Zehen vorne anstoßen. Da die Zehnägel frisch gestutzt und die Schuhe ordentlich gebunden waren, konnte es daran nicht liegen.

Drum habe ich am nächsten Tag die orthopädischen Einlagen durch die etwas dünneren Originaleinlagen ausgetauscht, die ich vorausschauenderweise eingepackt habe. Das half tatsächlich, aber leider nur einige Stunden. 

Als wir in Olderfjord ankamen, waren zwei Zehnägel blau, an drei weiteren Zehen hatte ich wunde Stellen und zusätzlich noch unter einem Fuß eine recht große wundgelaufene Stelle. 

Also kann es nicht nur an den Einlagen gelegen haben. Die einzige Erklärung dieser Probleme ist die, dass sich meine Füße in dem halben Jahr seit der letzten großen Wanderung, verändert haben müssen. Schon erstaunlich, wie schnell das in meinem Alter passieren kann. Vor der nächsten Wanderung werde ich auf jeden Fall meine Wanderschuhe gründlich testen.

Zu meinen Fußproblemen kommen noch das Wetterproblem und das Zeltproblem. Das Wetter ist nämlich eh

Siebter Sinn
Auf Sonnenschein folgt Nebel
Auf Sonnenschein folgt Nebel

Gegen Fünf wache ich auf und gehe kurz vors Zelt. Im Osten ist bereits die rote Sonne zu sehen, die noch teilweise hinter einer dünnen Wolkenschicht verborgen ist. Über uns blauer Himmel und in Zielrichtung sehe ich Nebelbänke, die sich im Tal herumlungern. Aber als wir dann um Sieben aufstehen, hat sich das Bild drastisch verändert, denn der Nebel ist wohl aus den Tälern zu uns hinaufgezogen. Es ist zwar windstill, der See neben uns gleicht einem Spiegel, doch die Sicht reicht nicht sehr weit.

Wieder folgen wir dem Rentierzaun, der nach wenigen Kilometern einen breiten Fluss quert. Doch der Fluß ist wesentlich breiter als tief, denn wir können ihn problemlos furten. Im dichten Nebel geht es dann wieder den Grashang hinauf bis zur Hütte Stohpojohka, die sich erst 100 Meter vor uns aus dem Nebel materialisiert. Es ist eine private, offene Hütte, die jeder benutzen darf. Sie ist aber auch nur mäßig gemütlich und wir hätten sie auch nur im äußersten Notfall verwenden wollen.

Hier verlassen wir tatsächlich unseren stummen Wegbegleiter, den Zaun, und der Wanderweg ist nun mehr oder weniger auch der Weg, den die Quads nehmen. Das hat Vor- und auch Nachteile. Dadurch, dass die geländegängigen Fahrzeuge hier entlangfahren, ist der Wanderweg so fast zu einer Schotterpiste geworden und lässt sich problemlos und zügig gehen. So lange der Untergrund trocken ist. In schlammigen Abschnitten wühlen die Räder den Boden dermaßen auf, dass die Schlammpfützen imm

Auf Sonnenschein folgt Nebel
Immer am Zaun entlang
Immer am Zaun entlang

Die Nacht ist windstill und ruhig, nur ab und zu und recht leise hören wir das Klingeln eines Glöckchens. Zunächst denken wir, wir haben uns verhört, doch dann schauen wir raus und entdecken zwei Rentiere, die in unmittelbarer Nähe äsen und bis auf das Bimmeln nicht zu hören sind.

Am nächsten Morgen wachen wir wieder erholt auf, nur sehen wir, mindestens um 20 Jahre gealtert aus. Tränensäcke wo vorher straffe Haut war, daumendick. So geht es uns immer, wenn wir hier zelten. Keine Ahnung, woran das liegt.

Eine weitere Sache, die bei so einer Tour nicht so schön ist, ist der eigene Geruch, den man selbst langsam wahrnimmt. Und dann erst die Socken. Besser ist es, die im Vorzelt nicht am Kopfende aufzubewahren, denn sie verströmen einen Geruch nach Iltis, oder eher nach verwesendem Iltis.

Und bei diesem Wetter trocknen weder Hose, Shirt und Socken über Nacht. Das heisst, wenn man nicht gerade noch saubere und trockene Wechselwäsche hat, dass man klamme bis nasse Klamotten anzieht. Ganz zu schweigen von den Schuhen, die noch nicht einmal einen mü trockener sind, als am Vortag.

So weit zur Campingidylle einer Wandertour.

Nach dem das Zelt abgebaut und alles wieder in den Rucksäcken verstaut ist, geht es weiter rechts am Bach entlang den Berg hinauf. Die Markierungen sind deutlich sichtbar, aber nur selten haben wir einen richtigen Pfad.

Wir sind kaum eine halbe Stunde unterwegs, da wird es auf ein Mal

Immer am Zaun entlang
Wattwanderung
Wattwanderung

Unsere Wünsche werden nicht erhört, denn wir werden mit dem Geräusch von Regen, der auf unser Zelt fällt, wach. Geschlafen haben wir aber sehr gut und fühlen uns fit für die nächste Etappe.

Diese beginnt direkt mit einer Furt und einem darauffolgenden steilen Anstieg, einen grasbewachsenen Hang hinauf. Einen Pfad gibt es nicht, nur mehrere, kaum erkennbare Spuren unserer Vorwanderer. Diese Spuren verlaufen sich aber immer wieder, doch zur Orientierung sind hier Steinmännchen oder auf Steine in rot gemalte Ts.

Nach 200 Höhenmetern flacht der Weg ab. Es geht nun leicht bergauf und bergab. Der Nieselregen hat inzwischen aufgehört und das Wandern macht nun, da wir nicht auf einer Straße unterwegs sind, sondern auf einem richtigen Wanderweg, deutlich mehr Spaß. 

Mehrmals müssen wir furten, doch wir finden immer wieder eine Stelle, bei der wir von Stein zu Stein gehend höchstens knöcheltief im Wasser stehen. So kommen wir in unseren Bergstiefeln trocken auf die andere Flussseite.

Nach 8 Kilometern erreichen wir einen einsamen Fjord, an dessen Ufer wenige Hütten stehen. Da wir kurze Zeit später in einigen 100 Metern Entfernung zwei Quads sehen, die den Rentierzaun entlangfahren, wohl um diesen zu kontrollieren und gegebenenfalls reparieren, nehmen wir an, dass in diesen Häusern Sami leben. 

Unser Weg führt uns über einen weiteren Höhenzug und wir erreichen einen weiteren Fjord. Steil fallen die Felse

Wattwanderung
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