Finale
Finale

Da Petra gestern noch schnell einkaufen war, haben wir heute zwei Croissants, Nutella und Honig zum Frühstück. Außerdem haben wir gestern noch die restlichen zwei Scheiben Weißbrot von unserem Abendessen mitgenommen und nun getoastet. Kaffee gibt es hier im Appartement ohnehin.

Danach geht es wieder den recht steilen Weg hinunter zum Ort, dann durch die engen, ebenfalls steilen Gassen hinauf.

Da wir heute erstmals den Nationalpark Costa Vicentina verlassen, sehen wir immer mehr feudale Villen, die nah an die Klippen gebaut wurden. Eine müssen wir sogar komplett umrunden, da zwischen Zaun und Abgrund kein Platz mehr für den Wanderweg ist.

Wie an etlichen Tagen zuvor, überholen wir die beiden Männer, die wir bisher für Franzosen gehalten haben. Wir grüßen und kommen ins Gespräch. Es sind Belgier, die sogar etwas Ski- und Schuldeutsch können. Wir plaudern etwas, und als wir schon weiter weg sind, rufen sie uns zu, wir sollten zurückkommen. Sie haben gerade eine etwas ein Meter lange Schlange gesehen, die vor ihnen den Weg gequert hat. 

Heute führt uns der Weg ebenfalls über felsige, steile Passagen, und wartet mit der letzten Bachdurchquerung auf. Schon von Weitem sehen wir unsere altbekannten Weggenossen, wie sie sich vor dem Bach die Schuhe ausziehen oder auf der anderen Seite ihre Füße trocknen. Als wir den Bach erreichen, sehen wir eine Reihe von Steinen, über die man trockenen Fußes und ohne Schuheausziehen auf die

Finale
Luxusvilla
Luxusvilla

Heute laufen wir wieder bei herrlichstem Sonnenschein los. Der Weg folgt wie immer der Küste, tief blaues Wasser so weit wir schauen können, steile Klippen, gegen die hohe Wellen klatschen. So vergehen die ersten Kilometer wie im Flug.

Dann zweigt der Weg etwas von der Küste ab und wir laufen durch eine flache mit Gras und Büschen bewachsene Ebene, in der ein paar verlassene Bauernhöfe stehen. Eine einsame Kuh entdecken wir auch, obwohl aufgrund der Spuren auf dem Weg eigentlich viel mehr hier sein müssten. Eine Pflanzenart scheint eine ungeheure Anziehungskraft auf Schnecken auszuüben, denn ihre Blätter sind von ihnen übersäht.

Dann führt der Weg wieder zur Küste und es geht ständig felsig und steil hinab zu einer Bucht, durch sie hindurch und auf der anderen Seite ebenso steil und felsig wieder hinauf. Diese Passagen haben Britta abgeschreckt, drum legt sie ja diese Etappe mit dem Bus zurück. Auch andere Wanderer, die wir treffen, hätten das vielleicht besser machen sollen, denn sie stolpern unbeholfen den Weg hinunter.

Beim Durchqueren einer Bucht müssen wir unbemerkt ein Zeitportal durchschritten haben, denn im Schatten einiger Bäume zwischen den Mauern einer Ruine sehen wir eine Gruppe von Hippies, alle in luftigen, bunten Kleidern, die zum leisen Geschrummel einer Gitarre singen, der Welt entrückt. Das sieht fast wie eine Szene aus „Jesus Christ Superstar“ aus. Etwas weiter, auf einem staubigen Parkplatz, stehen ihre

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Letzte Bratwurst vor Amerika
Letzte Bratwurst vor Amerika

Gestern Abend haben wir Bernhard und Katrin wieder getroffen, die zufällig im gleichen Restaurant abgestiegen sind, wie wir. Der Tisch neben den beiden war frei, und so haben wir einen weiteren, sehr netten Abend mit ihnen bei interessanten Gesprächen, Seafood und Vinho Verde verbracht.

Wie immer in diesem Urlaub wandern wir gegen 8:45Uhr los, denn Frühstück gibt es meistens ab 8. Zunächst durch den Ort, dann fast 7km über eine flache, eintönige Landschaft, die nur ab und zu durch verlassene Gehöfte und wenige Baumgruppen aufgelockert wird.

Wir erreichen nach ca. einer Stunde den höchsten Punkt des Tages und können rechts bereits die Südwestspitze Europas ausmachen und links Sagres, aus der aber nicht das gleichnamige Bier kommt.

Nach 7km sehen wir zum ersten Mal wieder das Meer mit den steilen Klippen, die hier wirklich sehr beeindruckend hoch sind. Immer wieder können wir Angler hoch oben über dem Meer beobachten, die von schwindelerregenden Stellen aus Fische fange. Die armen Fische, die bei ihnen beißen, werden 100m über dem Meer erst von ihrem Leid befreit.

Na, wie viele Angler findet ihr hier?

Wir laufen und laufen, doch der rot-weiße Leuchtturm, der am Cabo de São Vicente steht und die besagte, europäische Südwestspitze markiert, scheint kaum näher zu kommen. Das liegt vielleicht auch am mühseligen Vorankommen, auf dem felsigen Untergrund, wo wir bei jedem Schritt höllisch aufpassen müssen, um nicht zu stol

Letzte Bratwurst vor Amerika
Etwas alpiner
Etwas alpiner

Das schlechte Zimmer unserer Herberge wurde mehr als wettgemacht von dem bisher besten Frühstück auf dem gesamten Weg. Eine riesengroße Auswahl an frischen Weintrauben, Erdbeeren, Melonen, Käse, Aufschnitt, Müsli, O-Saft und von verschiedenen Brotsorten und alles liebevoll angerichtet. Auch das Rührei war superlecker. So gestärkt machen uns wir auf die neunte Etappe.

Anfangs läuft vor uns eine ca. achtköpfige Gruppe, portugiesischer Frauen, die sehr wahrscheinlich nur eine Sonntagswanderung machen, denn ihre Rucksäcke sehen für den Fischerweg zu klein aus. Doch irgendwann können wir sie überholen.

Schon bald erkennen wir weit vor uns den Rucksack von Britta, doch sie holen wir erst nach ca. einer Stunde ein. Wieder strauchelt sie bei einer Furt, die wir mit wenigen Schritten, ein paar Steine, die im Bach liegen, nutzend, schnell meistern. Sie geht einen Umweg über den Strand. Wir erfahren, dass die beiden Furten gestern sie zu großen Umwegen gezwungen haben und sie so mehr als 30km laufen musste. Sie kam erst recht spät am Ziel an und war ziemlich groggy. Dass die erste Furt nur knietief war, kann sie uns kaum glauben. Wir gehen gemeinsam die nächste Anhöhe hinauf, doch da wir etwas schneller sind, trennen wir uns auch schon bald wieder.

Immer wieder werden wir heute von Mitgliedern einer portugiesischen Trailrunning-Gruppe überholt, wobei die ersten recht sportlich unterwegs sind, und die letzten in der Gruppe eher in dem Tempo,

Etwas alpiner
Badetag
Badetag

Nach einem erstaunlich guten Frühstück wandern wir wieder Richtung Küste. Britta ist schon vor uns losgegangen, kommt uns aber in Begleitung eines Mannes mit wehendem, weißen Bart wieder den Berg hoch entgegen. Die beiden erzählen von einer gefährlichen, tiefen Furt, die einige zwar durchquert haben, sie sich das aber nicht zutrauen. Sie wollen deswegen wieder einige Kilometer zurück und dann über die Landstraße weitergehen, bis sie wieder zum Fischweg abbiegen können.

Wir lassen uns davon nicht irritieren und gehen weiter bergab, wollen uns die Situation mit eigenen Augen ansehen. Als wir den Strand erreichen, führt der Weg durch ein Gebüsch schnurstracks auf einen schlammig braunen, träge daherfließenden Bach. Ein junger Deutscher wechselt gerade von Trailrunningschuhe auf Sandalen und watet dann ins Wasser, was ihm aber selbst an der tiefsten Stelle gerade mal bis zum Knie reicht.

Da wir keine Furtschuhe dabeihaben und nicht erkennen können, was sich unter der Wasseroberfläche so befindet, gehen wir einfach mit unseren Bergstiefeln durch und kommen problemlos am anderen Ufer an. Wenige Meter weiter sehen wir einige große Felsen. Die steuern wir direkt an, setzen uns, ziehen Stiefel und Socken aus. Letztere werden ausgewrungen und angezogen. Die Stiefel selbst sind erstaunlich trocken geblieben und so fühlen sich Weiterwandern fast normal an. Da sind wir aus Norwegen Schlimmeres gewohnt, wo wir tagelang mit nassen, kalten Socken wandern musst

Badetag
Utopie
Utopie

Normalerweise sind wir Frühaufsteher. Halb Sechs ist zu Hause die Nacht vorbei. Selbst im Urlaub stehen wir nicht viel später auf. Doch, noch im Bett liegend, hören wir den Regen gegen die Fenster platschen und Frühstück gibt es ohnehin erst ab acht Uhr. Also bleiben wir bis halb acht im Bett.

Wird sehr wahrscheinlich Alschesur ausgesprochen.

Unser Hotel in Aljezur

Als wir an dem kleinen Café vorbeikommen wird es gerade geöffnet. Wir schlendern also noch etwas die Straße hinauf und wieder hinab und setzen uns dann draußen auf der überdachten Terrasse an einen der kleinen, quadratischen Tischchen. Unser Frühstück fällt recht überschaubar aus: Eine Tasse Kaffee, ein Glas Orangensaft und ein kleines Brot, belegt mit Schinken und Käse.

Anschließend geht es zurück ins Hotel, wir packen die restlichen Sachen in die Rucksäcke und ziehen zur siebten Etappe los.

Auch heute ist kein gutes Wetter vorhergesagt. Wenn wir Glück haben, schaffen wir die 17km vor dem Regen, der ab 13 Uhr hier herunterkommen soll. Zunächst geht es ein sehr enges Gässchen steil den Berg hinauf, und dann einen schlammigen Pfad ein paar Meter hinunter. In der Mitte des Pfades fließt der Regen der Nacht in kleinen, braunen Rinnsalen hinunter.

Unser Weg ist am Anfang nicht blau-grün sondern rot-weiß markiert und führt uns schnurstracks auf eine feudale, rotgestrichene und verlassene Ferienanlage zu. Zunächst glaube ich, dass wir den falschen Weg eingesch

Utopie
Gefudelt
Gefudelt

Gestern Abend haben wir auf der großen Terrasse des Restaurants, das zu unserem Hotel gehört, gegessen. Eine Glaswand hat den kühlen, abendlichen Wind meistens abgehalten, doch ohne unsere Daunenjacken wäre es schon ungemütlich gewesen. Das hätten wir uns auch nicht vorstellen können, dass wir unsere Daunenjacken hier so oft verwenden werden. Irgendwie stellt man sich Portugal wärmer vor, doch es ist ja erst März.

Erstaunt sind wir auch darüber, wie viele Wanderer wir hier jeden Tag antreffen. Ich vermag dazu keine Schätzungen abzugeben, wieviele jeden Tag im Schnitt in unsere Richtung laufen. Doch alleine in unserem Hotel sind bestimmt 12 Wanderer abgestiegen. Die Meisten hingegen werden ihre Etappe in Odeceixe beendet haben, einem Ort, der 3km vor unserem Hotel liegt.

Nach unserem, mal wieder sehr leckeren Essen und einer nicht minder leckeren, weißen Sangria gehen wir in die Gaststube, wo auf einem überdimensionalen Fernseher gerade ein Fußballspiel gezeigt wird. Bei Aperol Spritz und einem Super Bock kniffeln wir noch eine Runde, die ich mal wieder verliere.

Der Wetterbericht für heute sagt Regen erst ab ca. 12 Uhr voraus. Darum planen wir, nur die 11km bis Rogil zu gehen, um dann mit einem Bus die letzten 8km zurückzulegen. 

Der Regen soll zwar erst in einigen Stunden einsetzen, doch schon jetzt ist alles grau in grau. Aber es angenehm warm und nicht windig, also kein Grund sich zu beklagen. Da wir vor den meisten Wan

Gefudelt
Wiedersehen
Wiedersehen

Auf einem Langstreckenweg gibt es ständig ein Wiedersehen. Einige Leute trifft man jeden Tag, manche Tage lang nicht. So geht es schon die ganze Zeit. Einigen haben wir inzwischen schon Spitznamen gegeben. Beispielsweise dem Tütenmann, einem Wanderer der jeden Tag eine Plastiktüte draußen an seinem Rucksack befestigt hat, so dass sie ihm bei jedem Schritt gegen die Beine pendelt. So gibt es immer wieder nette Situationen mit den Wiedergetroffenen, kleine Gespräche, oder nur ein Lächeln im Vorübergehen. Immer wieder sind wir gespannt, wen wir abends im Restaurant, morgens beim Frühstück oder tagsüber auf dem Weg treffen werden.

Naturgemäß kennen wir aber die Entgegenkommenden nicht. Gegrüßt wird meistens mit einem knappen Ola, Hallo oder Hey.

Um so erstaunter waren wir, als die Antwort auf unser Hey ein „Ja Servus Andreas“ war.

Norwegen, 28.6.2025, Rückblick:

Nach einem kalten und sehr nassen Wandertag haben wir in der Holmavatnhytta Isabella und Max kennengelernt. Die beiden haben als Generalprobe zu ihrem PCT, den sie 2026 in Angriff nehmen wollen, eine einwöchige Wanderung in Norwegen unternommen. In der warmen und gemütlichen Hütte haben wir stundenlang über Wandern, Ausrüstung und andere Themen gequatscht. Uns haben sie vom Fischerweg in Portugal dermaßen vorgeschwärmt, dass wir uns schon damals vorgenommen hatten, diesen Fernwanderweg mal auszuprobieren. Am nä

Wiedersehen
Zweigeteilt
Zweigeteilt

Was gestern nach Redaktionsschluss geschah: Um 17Uhr hielten wir es nicht mehr aus, das Brummen in unseren Mägen. Sie verlangten eindeutig nach Nahrung, aber hier in Portugal öffnen die meisten Restaurants um 18Uhr wenn nicht sogar 19Uhr. Dennoch haben wir es probiert und sind zu dem Lokal gegangen, was wir keine 50m weiter die Straße hinunter von der Dachterrasse aus gesehen haben. Als wir näher kamen, sahen wir, dass Handwerker gerade die Wände neu tünchten. Die Eingangstüren waren ausgehängt, wohl zum Schutz vor Farbspritzern und im Lokal selbst wurde der Boden feucht durchgewischt. Wir wollten bereits umkehren, haben aber dennoch gefragt und zu unserer Freude und Verblüffung wurden wir zu einem der vielen Tische geführt und durften bestellen.

Nach einer halben Stunde kamen die nächsten Gäste - natürlich auch Deutsche. Und auch die nächsten 8 Gäste waren ebenfalls aus Deutschland. So früh geht sonst wohl keine Nation zum Abendessen.

Unsere Gerichte waren wirklich hervorragend und die Portionen riesig. Sowohl die Sangria als auch der Wein haben gut geschmeckt. Gegen 8 waren wir gut gesättigt wieder zurück am Hotel und haben auf der Dachterrasse noch unsere Kniffelpartie, die wir vor zwei Tagen abgebrochen haben, beendet. Die Luft war milde und wir konnten den ersten Sonnenuntergang des Urlaubs draußen genießen.

Zum Frühstück am nächsten Morgen geht es in das ca. 100m entfernte Hostel, wo wir die beiden Eifelerinnen aus Prüm wied

Zweigeteilt
Acacia longfolia
Acacia longfolia

Zum Frühstück müssen wir heute Morgen die Fußgängerzone hinunter Richtung Fluß. Das Café, in dem wir gestern gegessen hatten, hat bereits ab 8 Uhr geöffnet. Drinnen gibt es zwei schmale Tischchen mit noch schmaleren Bänken und winzigen Stühlen. Die Bedienung erklärt uns auf portugiesisch und gestenreich die Karte, wir bestellen Fruchtsalat, Sandwich, Rührei, frisch gepressten Orangensaft und natürlich Kaffee.

Dann gehts zurück zum Hotel. Da die Schuhe noch voller Sand vom Vortag sind, gehen wir auf Socken hinunter zur Rezeption, denn davor steht draußen eine Bank. Wir reinigen die Schuhe und Socken und ziehen zur dritten Etappe los. Schon jetzt gegen 9 Uhr brennt die Sonne vom blauen Himmel, bald bemerken wir, dass die langen Hose doch die falsch Wahl sind.

Wir gehen zum Fähranleger, wo Kapitän und Schiff bereits auf die Fahrgäste warten. Zu fünft werden wir auf die andere Flussseite übergesetzt, so ersparen wir uns 4km größtenteils über Asphalt. Unsere bisherigen Beobachtungen werden bei dieser kurzen Schifffahrt bestätigt. Von den 5 Fahrgästen sind alle Deutsche und 4 davon Frauen.

Nach wenigen Minuten werden wir am anderen Ufer abgesetzt und wir stapfen den Strand entlang Richtung Atlantikküste. Der Sand hier ist in langen Abschnitten recht fest, dennoch merken wir die Anstrengungen der gestrigen Sandetappe immer noch in unseren Beinen. Nach einem knappen Kilometer gehts es vom Strand links hinauf zu einem noch geschlossenen Lo

Acacia longfolia
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Wandern

Finale

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