Ein Problem, das wir bei jeder Wanderung haben, ist das Besorgen des Brennstoffs für unseren Kocher. Früher brauchten wir Spiritus, seit einigen Jahren Gas. Beides darf man, im Gegensatz zu Waffen und Munition, überhaupt nicht im Flugzeug (und auch Fähren, wie wir bei unserem Coast-To-Coast-Trek feststellen mussten) mitnehmen. Also müssen wir es am Zielort einkaufen. Hier in Alta sind wir so spät angekommen, dass alle Läden bereits geschlossen waren. Heute, einem Sonntag, machen die meisten Läden leider nicht auf. Darum haben wir schon im Vorfeld ein weiteres Hotel für die Nacht auf Montag gebucht.

Nach einem mickrigen Frühstück, bestehend aus den Resten des Reiseproviants von gestern und einer Tasse Kaffee, packen wir unsere Rucksäcke und gehen die 1,5 Kilometer zu diesem Hotel. Anfangs noch im Nieselregen kommen wir am Hotel sogar bei recht freundlichem Wetter an. Leider ist es noch zu früh, die Zimmer müssen noch gereinigt werden, also lassen wir unser Gepäck an der Rezeption und drehen eine Runde durch Alta-Downtown.

Hier gab es gestern wohl ein großes Fest, denn auf einem Platz steht eine riesige Bühne, drum herum stehen Buden, an denen Getränke und Fastfood verkauft wurden, dazwischen viel Müll.

Die Hauptstraße, an der fast alle Hotels, Läden und Restaurants liegen, ist sehr schmal und für Autos gesperrt. An ihrem Ende liegt die eindrucksvolle und architektonisch sehr gelungene Nordlichtkathedrale. Vor ihr beginnt und endet auch jedes Jahr das Finnmarksløpet-Husky-Rennen, bei dem die Gespanne 500km oder 1400km durch das schneebedeckte Fjell jagen.

Zunächst gehen wir in ein gemütliches Lokal, bestellen einen Americano, eine heiße Schokolade und Kanelsnurrer (Zimtschnecken). Wir planen die nächsten Tage, schauen uns die aktuellen Wetterberichte an. Obwohl sich diese ständig ändern, bleibt die Tendenz gleich: Regen und starker Wind ist für die nächsten Tage angesagt. Danach geht es wieder hinaus, in den Nieselregen.

Wir kaufen noch ein paar Lebensmittel ein und suchen in jedem offenen Laden ohne viel Hoffnung nach Gaskartuschen. Denn, wenn wir welche finden sollten, können wir den frühen Bus Richtung Nordkap nehmen. Selbst in Souvenirläden untersuchen wir jedes Regalbrett kritisch, denn in einem solchen Laden sind wir tatsächlich mal fündig geworden. Doch nicht heute. Also heisst es, morgen auf die Ladenöffnung zu warten und den späten Bus um fast 12 Uhr zu nehmen.

Im Hotel lesen wir und holen den fehlenden Schlaf vom Vortag nach. Gegen fünf gehen wir noch mal hinaus, um ein Restaurant zu suchen, denn mittlerweile knurren unsere Mägen doch recht ordentlich. Danach gehts wieder zurück auf unser Zimmer. Obwohl die Wetterprognose nicht gut ist, freue ich mich darauf, dass wir morgen endlich loswandern. Auch wenn es nur die 12 Kilometer vom Nordkap über die Asphaltstraße bis zum nächsten Campingplatz werden.




