Was gestern nach Redaktionsschluss geschah: Um 17Uhr hielten wir es nicht mehr aus, das Brummen in unseren Mägen. Sie verlangten eindeutig nach Nahrung, aber hier in Portugal öffnen die meisten Restaurants um 18Uhr wenn nicht sogar 19Uhr. Dennoch haben wir es probiert und sind zu dem Lokal gegangen, was wir keine 50m weiter die Straße hinunter von der Dachterrasse aus gesehen haben. Als wir näher kamen, sahen wir, dass Handwerker gerade die Wände neu tünchten. Die Eingangstüren waren ausgehängt, wohl zum Schutz vor Farbspritzern und im Lokal selbst wurde der Boden feucht durchgewischt. Wir wollten bereits umkehren, haben aber dennoch gefragt und zu unserer Freude und Verblüffung wurden wir zu einem der vielen Tische geführt und durften bestellen.

Nach einer halben Stunde kamen die nächsten Gäste – natürlich auch Deutsche. Und auch die nächsten 8 Gäste waren ebenfalls aus Deutschland. So früh geht sonst wohl keine Nation zum Abendessen.

Unsere Gerichte waren wirklich hervorragend und die Portionen riesig. Sowohl die Sangria als auch der Wein haben gut geschmeckt. Gegen 8 waren wir gut gesättigt wieder zurück am Hotel und haben auf der Dachterrasse noch unsere Kniffelpartie, die wir vor zwei Tagen abgebrochen haben, beendet. Die Luft war milde und wir konnten den ersten Sonnenuntergang des Urlaubs draußen genießen.

Zum Frühstück am nächsten Morgen geht es in das ca. 100m entfernte Hostel, wo wir die beiden Eifelerinnen aus Prüm wiedertreffen (mit ihnen haben wir den Abend des ersten Wandertages verquatscht). Leider ging es einer nicht so gut. Sie hat am ersten Wandertag einen Sonnenstich bekommen, so dass die beiden die gestrige Etappe mit dem Bus zurückgelegt hatten. Auch heute wird sie den Bus nehmen, ihre Freundin aber nach Zambujeira do Mar wandern.

Wieder bei strahlend blauem Himmel führt uns die heutige Etappe zunächst über eine kleine Asphaltstraße ans Meer, doch dann folgt der Weg wie gewohnt über sandigem Untergrund immer der Küstenlinie. Die Klippen sind heute noch höher als bisher und wir können beobachten, wie sich die Wellen weit vor der Küste bereits langsam aufbauen, um dann auf bestimmt 3m Höhe anzuwachsen, bevor sie einen schönen Tunnel formend zusammenbrechen, wobei der ablandige Wind die Gischt von den Wellenkronen zurück auf den Atlantik weht. Dieses eindrucksvolle Naturschauspiel begleitet uns eine ganze Weile.

Auch halten wir Ausschau nach Störchen, die hier in den Klippen ihre Nester bauen sollen. Und tatsächlich, nach keiner Stunde entdecken wir den ersten, großen Horst, mit einem Storch. Doch es ist weit weg und man kann kaum Details erkennen.

Nach ungefähr der halben Etappe führt uns der Weg weg von der Küste. Dichte Rauchschwaden wehen uns nun entgegen. Beim Näherkommen sehen wir auch hohe Flammen. Doch die Feuer sind auf den Feldern angelegt worden, um Äste und andere pflanzliche Abfälle zu verbrennen.

Kaum sind wir aus dem Rauch hinaus, stehen wir schon im Ort Cavaleiro. Genau am Wanderweg befindet sich ein kleines Café, an dem kein Wanderer vorbeigeht, ohne sich vorher gestärkt zu haben. Auch wir bestellen uns zwei große Gläser Orangensaft und ein Schoko-Croissant. Der Saft schmeckt supergut, doch den Blätterteig können die Franzosen eindeutig besser zubereiten.

Die letzten 12km zum Tagesziel sind nicht so spektakulär, wie die erste Hälfte. Links von uns liegen meistens landwirtschafliche Nutzflächen und rechts, wo sonst das Meer zu sehen ist, versperren uns hohe Büsche den Blick. Wenigstens ist der Weg gut zu gehen, durch tiefen Sand müssen wir nur sehr selten.

So geht es recht flott Zambujeira entgegen. 3km vor dem Ort stehen wir im hiesigen Fischerhafen. Auf der Mole liegt ein halbes Dutzend kleiner Boote, dazwischen Kisten, Reusen, Tauwerk, Bojen und sonstige Utensilien der Fischerei in unordentlichen Haufen. Gleich dahinter geht eine Asphaltstraße steil wieder hinauf. Am Ende des Anstiegs wartet das nächste Restaurant auf seine Gäste. Da unsere Fußsohlen brennen und die Sonne uns ausgetrocknet hat, kommt dieses Angebot für uns gerade richtig. Ein kühles Bier und eine schattige Pause geben uns Kraft, die letzten Kilometer anzugehen.

Leider führen diese über eine schnurgerade, vollkommen eintönige Landstraße. Gegen 2 Uhr stehen wir dann vor unserem Hotel. Die Rezeption ist geschlossen, wir kommen nicht hinein. Darum rufe ich die Nummer an, die auf einem Schild steht, das neben der Eingangstür angebracht ist, und erfahre, dass jemand in wenigen Minuten für uns dort sein wird.

Nach Dusche, Wäschewaschen und Entspannen ziehen wir gegen halb 4 wieder los, um eine Kleinigkeit zu essen. Alle Lokale haben noch geschlossen, nur ein Café ist geöffnet. Laute Technomusik dröhnt von dort auf die Straße, doch was solls, denken wir uns, und kehren dort ein. Die bestellten Brote machen satt genug, dass wir es locker bis 19 Uhr aushalten werden, bevor es dann in ein richtiges Restaurant geht.





Hi Andreas, hi Petra 🙂
Es war echt super euch heute zu treffen!! Wie sind denn eure Pläne für Morgen? Wir haben definitiv einen Ruhetag und wenn ihr Lust habt und Zeit habt, würden wir mit dem Bus mittags nach Odeceixe zurück fahren, um uns auf ein Bierchen zu treffen?!