Geplant für heute ist eigentlich eine Whale-Watch-Tour. Doch mit circa 170 Euro pro Person ist sie uns etwas zu teuer, bzw. das Wetter für diesen Preis zu schlecht. Wenn wir schon so viel Geld ausgeben, wollen wir wenigstens gutes Wetter haben. Also machen wir kurzerhand eine Umrundung der Insel Andøya.
Leider ist das Wetter dafür auch nicht gut, doch was sollen wir machen. Auf jeden Fall sind wir froh, bei diesem Regen nicht Wandern zu müssen. Wir haben heute auch mal nachgeschaut, wie die Prognose für Kilpisjärvi aussieht. Kilpisjärvi wäre eigentlich unser Ziel der Wanderung gewesen. Dort soll es, ungefähr zu der Zeit, wo wir angekommen wären, -3 Grad und Schneefall geben. Gut, dass wir die Wanderung abgebrochen haben.


Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir am Andøya Space Center vorbei, von wo aus seit 1962 Forschungssatelliten abgeschossen und Wetterballons gestartet werden. Ein Raketenstart hätte vor 30 Jahren fast einen Weltkrieg ausgelöst, da die Russen die Forschungsrakete für eine militärische Rakete gehalten haben.
Unweit dieser Anlage ist eine der am meisten fotografierten Toiletten weltweit. Momentan ist der Parkplatz davor und die Toilette selbst aus sicherheitspolitischen Gründen geschlossen. So steht es auf dem Schild davor. Im Internet findet man eine detailliertere Erklärung: Man befürchtet russische Spione, die von dieser Position einen guten Blick auf das Space Center hätten.
Bevor wir uns diese Toilette anschauen, geht es zunächst zu einem kleinen Leuchtturm, nur wenige Meter daneben.



Mit dem Leuchtturm lassen wir uns extra lange Zeit, da eine litauische Reisegruppe gerade die Toilette fotografiert. Die ganze Anlage ist architektonisch recht spektakulär und das Highlight sind die verspiegelten Wände. Diese Spiegel sind nämlich nur einseitig. Von außen sehen sie wie normale Spiegel aus, von innen wie normales Glas. So kann man beim Toilettengang das Küstenpanorama genießen.




Ungeachtet der Schließung dieser Toilette nutzen die Schafe sie weiterhin, man muss hier schon aufpassen, wo man hintritt.
Die restliche Umrundung ist kaum nennenswert, vielleicht liegt es aber auch am weiterhin schlechten Wetter, dass wir keine weiteren Sehenswürdigkeiten entdecken.
In Andesnes schauen wir uns noch die City an und gehen schnell einkaufen. Auf dem Weg zum Hotel halten wir kurz auf einem Rastplatz an, den man auch etwas architektonisch aufgepeppt hat.



Fast haben wir uns damit abgefunden, dass wir den restlichen Nachmittag abhängen, als der Himmel aufreißt und die Wolken die Berggipfel freigeben. Wir beschließen, den Måtinden nun doch noch zu besteigen.
Nach einigen flachen Kilometern am Strand entlang geht es steil den Berghang hinauf. Fast wählen wir den falschen Berggipfel rechts, doch nach einem Blick auf den GPS-Track wird uns schnell klar, dass unser Ziel links liegt und noch zwei Kilometer und 200 Höhenmeter entfernt ist. Aber der restliche Weg ist relativ flach, bis auf den kurzen Schlußanstieg. Und vor allem haben wir von hier oben einen herrlichen Ausblick auf das Meer, die Küste und die gesamte Umgebung.










Am Gipfel legen wir ein längere Pause ein, genießen die Aussicht und das unerwartete, schöne Wetter. Dann geht es den gleichen Weg wieder zurück. Rauf kam er uns sehr rutschig vor, doch der Abstieg bereitet uns keine Schwierigkeiten und nach ungefähr einer Stunde sind wir am Hotel.

Nach dem Abendessen setzen wir uns auf die Terrasse und betrachten entspannt den Sonnenuntergang.



Zum absolut perfekten Tag fehlen jetzt nur Nordlichter, für die heute die Wahrscheinlichkeit bei 13 Prozent liegen soll.




