Wir frühstücken im Gemeinschaftsraum des Campingplatzes, direkt neben der Gemeinschaftsküche. Alles bestens ausgestattet und sauber. Unsere überschüssigen Lebensmittel lassen wir in der Küche in der Hoffnung, dass ein anderer sie benötigen kann.
Zunächst fahren wir nach Setermoen. Hier waren wir schon mehrmals, doch immer mit dem Bus und immer auf der Durchreise nach Ane und Jan und ihrer Huskylodge. Wir kaufen unsere Lebensmittel im Supermarkt, während unser Wagen an der Stromzapfsäule vollgetankt wird. Im Bierregal finden wir sogar das Stonewall Inn IPA der Brooklyn Brewery, was wir nach einer Wanderung in einem Pub in Bodø ziemlich genossen haben.
Anschließend geht es weiter Richtung Altevatent, einem Stausee oberhalb des kleinen Ortes Innset, wo auch die Huskyfarm von Björn Klauer liegt. Hier haben wir schon 2013 auf einer längerer Wanderung übernachtet und hier haben wir uns auch für den Mittwoch ein Zimmer gebucht.
Am Stausee stellen wir fest, dass das Parken bezahlt werden muss. Einen Automaten gibt es nicht. Und der QR-Code auf den norwegischen Hinweistafeln verweist auf Vipps, einer Art PayPal, die allerdings nur bei norwegischen Staatsbürgern funktioniert.
Wir fahren zurück zur Huskyfarm und fragen dort nach. Ein junger Helfer weiß auch nicht so richtig, was wir machen können und verweist uns an Morton Klauer, der die Farm von seinem Vater Björn übernommen hat. Morton bezahlt für uns kurzerhand die Parkgebühren und wird das auf unsere Übernachtungsrechnung schreiben. Ich bedanke und verabschiede mich bis Mittwoch und suche Petra.

Fündig werde ich natürlich bei den Huskies, in diese Tiere ist Petra ja verliebt, und gerade knuddelt sie einen Hund dermaßen, dass er sie gar nicht gehen lassen möchte.
Wir fahren zurück zum Parkplatz. Bei den Temperaturen und dem eisigen Wind fällt es uns nicht ganz so leicht, loszumarschieren. Aber hilft ja alles nichts, da müssen wir durch.

Mit relativ leichtem Gepäck wandern wir zur Gaskashütte. Der Rucksack ist um einiges leichter, als am Anfang unserer Urlaubs, da wir viele nicht benötigte Sache im Auto zurücklassen, so zum Beispiel das Zelt und die Luftmatratzen.

Wir wandern heute lange durch einen Wald voller Birken, deren Blätter schon goldgelb sind. Leider leuchten sie nicht so wie gestern, denn die Sonne ist hinter einer grauen Wolkendecke verborgen.

Der Weg führt uns durch einige sumpfige Abschnitte, doch untypisch für Norwegen, sind diese Passagen meistens durch Bohlen passierbar gemacht, so dass unsere Schuhe halbwegs trocken bleiben.

Der See spiegelt die dunkelgrauen Wolken wider. Alles wirkt leider etwas trostlos, dennoch freuen wir uns, wieder zu wandern. Die 10 Kilometer bis zur Hütte gehen relativ schnell vorbei, nur kurz legen wir eine Rast ein und ich esse eine Müsliriegel.

Ein halbe Stunde, bevor wir unser Ziel erreichen, können wir bereits die Hütte zwischen den Birken ausmachen. Und es fängt an zu regnen, aber glücklicher Weise nur sehr leicht. Als wir ankommen sind alle drei Hütten verschlossen. Wir sind also die ersten, die heute hier sind. Wir beziehen die alte Hütte, holen Wasser am 100 Meter entfernten Fluss und feuern den Kamin an.

In der Zwischenzeit hat der Regen zugelegt. Die Hütte ist noch nicht richtig warm, da sehe ich einen klätschnassen Wanderer aus Richtung der Vuomahütte auf uns zukommen. Kurz darauf steht er in der Tür und fängt direkt auf Deutsch uns anzusprechen. Sehen wir so deutsch aus? Er entscheidet sich für die andere Hütte, so dass wir hier alleine bleiben.

In der Hütte wird es immer wärmer und wir genießen es sehr, hier im Warmen und Trockenen zu sitzen, während draußen der Wind den Regen vor sich herweht. Wir sind froh, nun nicht Wandern oder Zelten zu müssen. So eine Hütte ist schon was Feines.




