Roadtrip Norwegen 2026: Senja-Bleik

Heute geht es auf eine andere Insel, wir nehmen nämlich die 11 Uhr Fähre von Gryllefjorden nach Andesnes und werden somit zum ersten Mal auf den Lofoten sein.

Wir wachen früh auf und kommen somit auch früh weg. Auf dem Weg zum Fährhafen sehen wir kaum ein weiteres Auto, doch am Anleger von Gryllefjord sind die ersten zwei Reihen schon komplett gefüllt. Wir stellen uns als zweites Fahrzeug in die dritte Reihe.

Später hören wir, dass die gestrige 19 Uhr Fähre so voll war, dass einige Fahrzeuge nicht mitgenommen werden konnten. Diese Fahrzeuge sind wohl auch die, die vor uns da waren. Die Armen, wenn sie endlich an Bord gefahren sind, haben sie mehr als 18 Stunden Wartezeit hinter sich. An erster Position steht übrigens ein Gespann, dass wir von unserem Campingplatz her kennen.

Wir hingegen müssen nur 2,5 Stunden warten. Um diese Zeit zu überbrücken, gehen wir die einzige Straße des Dorfes ein wenig auf und ab, alles sieht etwas trostlos und heruntergekommen aus. Aber bei dem trüben Wetter mit Nieselregen ist das auch kein Wunder. So kommen mir wenigestens ein paar Motive vor die Linse.

Streetart am Fähranleger.
Noch mehr Streetart.
Norwegens erster reisender Teesalon.
Die Fähre kommt.

Auf der Webseite von Svipper kann man übrigens in Echtzeit sehen, wie voll die Fähranleger sind und wo sich gerade die Fähre befindet. In Sachen Digitalisierung kann sich Deutschland hier eine Menge abschauen.

Nahezu auf die Minute pünktlich kommt die Fähre. Da sie recht klein ist, können wir schon wenige Minuten später an Bord fahren. Nachdem wir den Wagen im Bauch des Schiffes geparkt haben, gehen wir eine Etage höher in den Salon und setzen uns an einen Tisch, neben dem sich ein großes Fenster befindet. Die Einrichtung, die Vorhänge, die Tapeten und einfach alles wirkt ziemlich in die Jahre gekommen und aufgebraucht. Egal, es ist warm und einigermaßen gemütlich.

Am Tisch vor uns sitzen zwei deutsche Paare, die sich gerade kennengelernt haben, und sich über Norwegen und ihre Reisemobilerfahrungen austauschen. Irgendwie wollen sie sich bei ihren Anekdoten gegenseitig Ständig übertrumpfen.

Ab und zu gehe ich an Deck, wo es erstaunlich mild und windstill ist und genieße die Aussicht.

Andesnes selbst liegt unter tiefhängenden und sich ausregnenden Wolken. Wir fahren die wenigen Kilometer nach Bleik und beziehen unser Hotelzimmer. Den Zugangscode haben wir vorab per Mail zugesandt bekommen. Wir sind die einzigen Gäste heute und haben somit das Gemeinschaftsbad und -küche komplett für uns. Das fühlt sich nach einem riesigen Appartement an.

Eigentlich ist für heute Nachmittag die Besteigung des Måtinden eingeplant. Doch der Berg liegt eingehüllt in einer dicken Wolkenschicht. Da lohnen sich die Strapazen nicht und wir machen lieber einen kleinen Spaziergang.

Bleik.
Ein altes Fischerboot in Bleik.
Die Vogelinsel Bleiksøya. Die Papageientaucher sind leider seit ein paar Wochen nicht mehr hier.

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