Das schlechte Zimmer unserer Herberge wurde mehr als wettgemacht von dem bisher besten Frühstück auf dem gesamten Weg. Eine riesengroße Auswahl an frischen Weintrauben, Erdbeeren, Melonen, Käse, Aufschnitt, Müsli, O-Saft und von verschiedenen Brotsorten und alles liebevoll angerichtet. Auch das Rührei war superlecker. So gestärkt machen uns wir auf die neunte Etappe.

Anfangs läuft vor uns eine ca. achtköpfige Gruppe, portugiesischer Frauen, die sehr wahrscheinlich nur eine Sonntagswanderung machen, denn ihre Rucksäcke sehen für den Fischerweg zu klein aus. Doch irgendwann können wir sie überholen.

Schon bald erkennen wir weit vor uns den Rucksack von Britta, doch sie holen wir erst nach ca. einer Stunde ein. Wieder strauchelt sie bei einer Furt, die wir mit wenigen Schritten, ein paar Steine, die im Bach liegen, nutzend, schnell meistern. Sie geht einen Umweg über den Strand. Wir erfahren, dass die beiden Furten gestern sie zu großen Umwegen gezwungen haben und sie so mehr als 30km laufen musste. Sie kam erst recht spät am Ziel an und war ziemlich groggy. Dass die erste Furt nur knietief war, kann sie uns kaum glauben. Wir gehen gemeinsam die nächste Anhöhe hinauf, doch da wir etwas schneller sind, trennen wir uns auch schon bald wieder.

Immer wieder werden wir heute von Mitgliedern einer portugiesischen Trailrunning-Gruppe überholt, wobei die ersten recht sportlich unterwegs sind, und die letzten in der Gruppe eher in dem Tempo, wie wir.

Der Fischerweg war bisher recht einfach zu gehen. Meistens sandig, oft Schotterpiste, etwas Asphalt. Selten ging es steil hinauf oder hinab. Das ist heute aber anders. An vielen Stellen müssen wir heute aufpassen, wo wir hintreten, um nicht auszurutschen. Auch sind die Anstiege länger und steiler als gewohnt. So schnaufen wir doch einige Male beim Bergaufgehen. Wir sind froh, unsere Bergstiefel anzuhaben, und auch über die Trekkingstöcke.

Trotzdem kommen wir gut voran und machen nur eine Pause, ca. 4km vor unserem Ziel. Heute können wir nirgends einkehren, und so müssen ein paar Ziegelsteine, die wir rechts des Weges im Schatten des Pinienwaldes entdecken, als Sitzgelegenheit reichen.

Das heutige Hotel ist nach den Unterkünften der letzten Tage mal wieder eine schöne Überraschung, wir haben sogar eine kleine Terrasse auf der Sonnenseite. Dort verbringen wir, nach einem kleinen Einkauf im hiesigen Lidl, den Nachmittag, bei Bier, Kaffee, Chips, Lesen und Blog-Artikel-Schreiben.




