Luxusvilla

Heute laufen wir wieder bei herrlichstem Sonnenschein los. Der Weg folgt wie immer der Küste, tief blaues Wasser so weit wir schauen können, steile Klippen, gegen die hohe Wellen klatschen. So vergehen die ersten Kilometer wie im Flug.

Dann zweigt der Weg etwas von der Küste ab und wir laufen durch eine flache mit Gras und Büschen bewachsene Ebene, in der ein paar verlassene Bauernhöfe stehen. Eine einsame Kuh entdecken wir auch, obwohl aufgrund der Spuren auf dem Weg eigentlich viel mehr hier sein müssten. Eine Pflanzenart scheint eine ungeheure Anziehungskraft auf Schnecken auszuüben, denn ihre Blätter sind von ihnen übersäht.

Dann führt der Weg wieder zur Küste und es geht ständig felsig und steil hinab zu einer Bucht, durch sie hindurch und auf der anderen Seite ebenso steil und felsig wieder hinauf. Diese Passagen haben Britta abgeschreckt, drum legt sie ja diese Etappe mit dem Bus zurück. Auch andere Wanderer, die wir treffen, hätten das vielleicht besser machen sollen, denn sie stolpern unbeholfen den Weg hinunter.

Beim Durchqueren einer Bucht müssen wir unbemerkt ein Zeitportal durchschritten haben, denn im Schatten einiger Bäume zwischen den Mauern einer Ruine sehen wir eine Gruppe von Hippies, alle in luftigen, bunten Kleidern, die zum leisen Geschrummel einer Gitarre singen, der Welt entrückt. Das sieht fast wie eine Szene aus „Jesus Christ Superstar“ aus. Etwas weiter, auf einem staubigen Parkplatz, stehen ihre recht heruntergekommenen Wohnmobile.

Genau auf der Hälfte unserer heutigen Etappe finden wir ein Strandlokal vor, wo wir einkehren. Auch viele der anderen Wanderer machen hier halt. So entdecken wir wieder den jungen Deutschen, der von uns inzwischen den Spitznamen Schlapphut bekommen hat. Er ist nun nicht mehr alleine unterwegs, sondern in Begleitung zweier junger Frauen.

Nach der Pause geht es wie gehabt weiter. Doch als wir auf eine weitere Bucht zulaufen werden, wir von einem halben Dutzend Gleitschirmfliegern überrascht, die hier geschickt das Zusammenspiel von Thermik, auflandigem Wind und Schwerkraft ausnutzen, und immer wieder Richtung Meer hinunterschweben und wie von Geisterhand zurück zum Ausgangspunkt zurückkommen.

Gegen drei erreichen wir Salema, einem Ort, umgeben von Hügeln, auf deren Hängen sich Ferienhaussiedlung an Ferienhaussiedlung drängen. In einer dieser Siedlungen befindet sich das Haus, was wir für heute gebucht haben. Die Gässchen zwischen den Hausreihen sind nicht schnurgerade, sondern geschwungen, die zweigeschossigen Bauten immer leicht versetzt. Der Architekt hat versucht, alles gewachsen und nicht-retorten-mässig aussehen zu lassen, was ihm meiner Meinung nach auch ganz gut gelungen ist. 

An der Rezeption erhalten wir unsere Schlüsselkarten und wir gehen die wenigen Meter, bis zur unserer Unterkunft. Als wir hineintreten sind wir baff. Ein riesiges Wohnzimmer empfängt uns, mit Terrasse, von der wir einen schönen Blick auf den Pool haben. Zwei Badezimmer, zwei Schlafzimmer, ein Gäste-WC, eine vollausgestattete Küche, 2 Fernseher, ein Esstisch, an dem locker 6 Personen Platz finden. Wahnsinn. Einziges Manko: Wir haben kein Frühstück.

Wir gehen hinunter zum Pool, legen uns auf eine der vielen Liegen mit einem Getränk, was wir an der Bar gekauft haben, lesen und dösen, bis es Zeit wird, zu duschen und zum Abendessen zu gehen.

Auf der Suche nach einem Restaurant treffen wir ein letztes Mal Britta, die unten an der Promenade gerade Fotos vom Sonnenuntergang macht. Sie ist in einer anderen Siedlung untergekommen und ebenfalls hinundweg von ihrem Appartement. Nach einem Gruppenfoto verabschieden wir uns ganz herzlich von ihr.

Dann kehren wir in einem Fischlokal ein. Leider kriegen wir nur einen Platz auf der Terrasse. Hier ist es wesentlich kühler als drinnen und wir müssen unsere Daunenjacken anlassen. Das Essen hat uns dennoch geschmeckt.

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