Sand im Stiefel

Gestern Abend hatten wir eigentlich vor, nach einer Partie Kniffel noch irgendwo eine Kleinigkeit zu essen. Doch als wir bei einem Glas Rotwein im Foyer des Hotels gezockt haben, kamen wir mit zwei deutschen Frauen ins Gespräch. Die nette und kurzweilige Unterhaltung hat dann zu lange gedauert, so dass es zu spät wurde, um Essen zu gehen.

Überhaupt ist es auffällig wie viele Deutsche hier unterwegs sind, wobei die Männer eindeutig in der Minderheit sind. Warum dieser Weg vor allem deutsche Frauen anzieht, wäre mal interessant zu wissen.

Beim mal wieder guten Frühstück sitzen erneut zwei deutsche Frauen neben uns. Die nette Flensburgerin, die optisch sehr an Petras Mutter erinnert, werden wir auf der heutigen Etappe noch mehrmals wiedersehen.

Die Entfernung ist mit 21km mehr als doppelt so weit, wie gestern. Der vom starken Wind aufgepeitschte Atlantik liegt wieder rechts neben und die Küstenlinie meistens 10-20m unter uns. Schon weit vor dem Ufer bauen sich mächtige Wellen auf, die weiß schäumend zusammenstürzen. Hier zu schwimmen, wäre sehr gefährlich. 

An der Spitze einiger vom Meer umtosten Felsen sehen wir Fischer, die mit ihren langen Angelruten stundenlang auf Fische hoffen.

Der Himmel ist heute nahezu wolkenlos. Und so ziehen wir schon kurzer Zeit unsere Windjacken aus. Bei einer Pause auf einer Bank an einem der zahlreichen Parkplätze, ziehen wir sogar unsere kurzen Hosen an.

Der Weg folgt der Küstenlinie fast den ganzen Tag, windet sich hin und her, rauf und runter. Ein kurzes Stück gehen wir auch über den Strand, doch meistens sind wir weit oberhalb des Wasser und haben ein tollen Ausblick. Für 3km geht es mittendrin auch mal über eine staubige Sandpiste hinter den Dünen entlang. Immer wieder sehen wir neue Wanderer vor uns, eine unregelmäßige oder lückenlose Kette von bunten Rucksäcken können wir entlang des Weges ausmachen.

Heute ist es sehr anstrengend zu laufen, da der Weg oft durch tiefen Sand führt. Nach und nach merke ich immer deutlicher, wie sich Sand in meinen Schuhen sammelt und sich seinen Weg die Socken hindurch bis zu meinen Füßen sucht, wo er unangenehm scheuert.

Gegen zwei Uhr erreichen wir die ersten Häuser unseres Zielortes und ein erstes Restaurant, was mit einem herrlichen Ausblick oben an der Felsenküste aufwarten kann. Dort kehren wir ein, holen uns an der Bar zwei kühle Sagres und setzen uns damit auf die Terrasse. Nach kurzer Zeit kommt auch die Flensburgerin an, kehr aber nicht ein, schnackt nur kurz mit uns und wandert weiter. Auch sie sieht ziemlich KO aus, so wie wir auch. Diese sandige Etappe war wirklich anstrengend.

Die letzten 3km zum Hotel gehen schnell und aussichtslos vorbei. Wir gehen auf unser Zimmer, und noch vor der Dusche schnell wieder in den Ort, um einen Supermarkt zu finden. Leider erfolglos, doch immerhin können wir eine Eisdiele entdecken, wo wir uns jeder zwei leckere Kugeln im Hörnchen holen.

Viel gegessen haben wir seit dem Frühstück nicht, und wir beide halten den Hunger dann um 17Uhr nicht mehr aus und machen uns auf den Weg, ein Restaurant zu finden. Doch es ist noch zu früh, nur eine Sandwich-Bar hat schon auf, so dass wir dort einkehren und Fisch mit Reis mit einem weitern Sagres hinunterspülen.

3 Kommentare

  1. Hallo ihr zwei,
    scheint nach eurem Norwegenabenteuer wieder eine längere Wanderung zu werden? Hat der Weg einen Namen?
    Ansonsten sehr schöne Bilder, vor allem wenn man hier in Deutschland aus dem Fenster schaut und die Dächer weiß gezuckert sind…
    Viel Erfolg euch weiterhin und eine gute Zeit.
    LG
    Florian

    • Hallo Florian,
      Schön, wieder von dir zu hören. Ja, der Weg hat einen Namen: Fischerweg. Wir werden ihn komplett von Sines bis Lagos in 12 Etappen laufen. Bisher gefällt er uns wirklich sehr gut. Und (Spoiler!): Im August gehts mal wieder nach Norwegen, für vier Wochen vom Nordkap bis Kilpisjärvi.
      Liebe Grüße,
      Andreas

      • Hi Andreas,
        ok, vom Fischerweg habe ich auch noch nichts gehört, da wünsche ich euch weiterhin viel Spaß und eine gute Zeit.
        Und mit Norwegen ist ja sehr cool. Da freue ich mich auch schon auf die Berichte.
        LG
        Florian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner