Roadtrip Norwegen 2026: Bootstour zum Trollfjord und Besteigung des Tjelbergtinden

Das Hotel war gestern fest in brasilianischer Hand, denn hier sind zufällig zusammen eine große Radgruppe und eine vierköpfige Motorradgruppe abgestiegen. So fern ab der Heimat hat das schon Seltenheitswert.

Auch heute ist am Frühstücksbuffet recht früh sehr viel los, doch wir nehmen es gelassen hin, denn wir haben Zeit. Die von uns gebuchte Bootstour zum Trollfjord startet erst um zehn.

Wir gehen schon kurz nach neun zum Hafen und finden auch sofort unser Boot. Der Katamaran Alea of Lofoten liegt schon am Pier. Wir schlendern noch etwas am Kai entlang und als wir wieder zum Büro des Veranstalters Go2Lofoten zurückkehren, sind bereits fast alle der circa 50 anderen Passagiere da.

Viertel vor zehn geht es an Bord, ein Teil der Passagiere setzt sich in den unteren Bereich, einem großen Salon mit Panoramafenstern. Oben ist ein kleiner Salon mit wesentlich kleineren Fenstern und ein Außenbereich, bei dem schon alle Sitzplätze belegt sind, als wir dort eintreffen.

Punkt zehn werden die Leinen eingeholt und wir stechen in See.

Und wir haben mal wieder richtig Glück mit dem Wetter, denn es ist nicht wolkenverhangen wie angekündigt, sondern eine lose Wolkenschicht herrscht vor mit allerhand viel blauem Himmel dazwischen. Aber es ist sehr kühl, vor allem, wenn man auf der falschen Schiffsseite steht und dem Wind ausgesetzt ist.

Hier zeigt sich der nahende Herbst schon recht deutlich.

Der erste Zwischenstopp ist inmitten einer kleiner Inselgruppe. Dort leben ungefähr 300 Seeadler, die schon alle sehnsüchtig auf unser Schiff gewartet haben, denn sie werden mit Fisch angelockt.

Unentwegt stürzen sich die Adler auf die Köder. So viele Adler habe ich in meinem gesamten Leben noch nicht zu sehen bekommen. Ein grandioses Schauspiel dieser majestätisch dahingleitenden Geschöpfe. Nach 15 Minuten sind sie aber alle gesättigt, denn es können keine weiteren Tiere mehr angelockt werden.

Der Kapitän gibt Vollgas und wir gleiten dem Trollfjord entgegen.

Nach einer halben Stunde in diesem engen Tal geht es wieder hinaus, an zwei Lachsfarmen vorbei zu einer weiteren Inselgruppe, auf der Seeadler leben.

Sieben auf einen Streich! Wer findet alle sieben Adler?

Zum Abschluss kommt noch ein kleiner Abstecher zu einem entlegenen Dorf oberhalb eines karibikmäßigen Strandes, vor dem das grünlich klare Wasser zum Baden einlädt.

Danach geht es mit allem, was die Motoren hergeben, zurück zum Heimathafen.

Wir legen eine etwas längere Mittagspause in unserem Hotel ein, um uns wieder aufzuwärmen, dann fahren wir die wenigen Kilometer zum Einstieg unserer heutigen Wanderung.

Erst geht es eine Schotterpiste relativ gemütlich den Berg hinauf. Rechts lassen wir das Vereinsheim eines Pistolenklubs liegen, links taucht der Aussichtsberg Linken auf, der gekrönt wird, von einer Antennenanlage.

Kurz darauf zweigt der Wanderweg in den Wald ab und nach einem kleinen Anlauf geht es recht steil den Hang hinauf. Diese 200 Höhenmeter sind schnell aber schweißtreibend überwunden, es folgt ein kurzes, flaches Stück, bevor wir die letzten 30 Meter zum Gipfel klettern. Der Ausblick von hier auf Svolvær ist besonders bei dem heutigen Wetter umwerfend schön. Aber auch die anderen Himmelsrichtungen locken Auge und Kamera.

Inzwischen sind wir kein bißchen traurig, dass wir unsere Wanderung nicht wie geplant durchführen können. An Tagen wie diesen werden wir mehr als entschädigt mit diesen wahnsinnig tollen Erlebnissen und Ausblicken, die die norwegische Küstenlandschaft zu bieten hat.

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