Nordlichter gab es gestern leider für uns nicht zu sehen. Dafür gibt es aber heute direkt zwei Ausgleiche.
Wir fahren heute Morgen recht früh los uns zwar entlang er Ostküste, also wieder Richtung SpaceCenter und diesem futuristischen Spiegel-Klo. Am SpaceCenter sehen wir im Vorbeifahren eine Rakete, die wohl heute oder die nächsten Tage abgeschossen werden soll. Kurz hinter der Basis sitzt ein Mann (ein russischer Spion?) mit einer Video-Kamera auf einem Stativ und filmt und beobachtet das Geschehen bei der Rakete.
Wenige Minuten später traue ich meinen Augen nicht, denn nur zwei Meter neben der Straße steht ein ausgewachsener Elch. Ich halte an, schnappe mein Handy und mache ein paar Fotos. Und dann bemerke ich erst den zweiten Elch, der etwas oberhalb steht. So nah haben wir bisher nur einen Elch im Zoo bewundern können. Ein magischer Moment.

Danach geht es weiter entlang der Küste, über der dicke Wolken hängen. Der Regen hört den Vormittag fast nie auf und wechselt ständig zwischen leichtem Niesel und Sturzbächen.

Einige Male müssen wir über diese typischen Lofoten-Brücken, die auf hohen Stelzen stehen, damit in der Mitte die großen Schiffe drunter her passen.

In Stokmarkenes kommen wir gegen 10 Uhr an, was optimal ist, denn um diese Zeit soll das Hurtigruten-Museum öffnen. Kurz nach 10 stehen wir mit drei Norwegern am Eingang und sind verwundert, dass die Glastüren verschlossen sind und man innen auch keine Regungen bemerkt. Die Norwegen klopfen an die Tür und drücken den Klingelknopf. Keine Reaktion. Erst da bemerkt Petra den Zettel, auf dem steht, dass bis zum 31.8. das Museum um 10 Uhr öffnet. Heute ist der 1.9. Und ein Blick ins Internet zeigt, ab heute öffnet es um 11. So lange wollen wir nicht warten und fahren also weiter Richtung Melbu, wo wir die Fähre auf die Insel Austvågøya nehmen wollen.

Neben der Fahrbahn sehen wir in regelmäßigen Abständen Schneestangen. Norwegen bereitet sich schon auf den Winter vor.
Am Fähranleger stehen bereits die ersten Fahrzeuge, aber es werden bis zum Eintreffen der Fähre auch nicht viel mehr. Die Fahrt über die Meerenge dauert etwa eine halbe Stunde, die wir im Salon verbringen. Sicht haben wir auf die Berge aber kaum.

Dieser Sommer ist übrigens der nasseste hier in Nordnorwegen seit 1901, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Nur wenige Kilometer nachdem wir die Fähre verlassen haben, halten wir an einer kleiner Bucht und schauen uns den Hessand Beach an.


Die nächste Sehenswürdigkeit Grunnfør ist sogar mit Hinweisschildern angepriesen, doch warum, erschließt sich uns nicht. Die Fahrt über den holperige Schlaglochpfad hat sich eigentlich nicht gelohnt.


Nächster Haltepunkt ist Lauvik, ein kleiner Fischerort.



Dann wechseln wir die Küstenseite und sind wieder auf der vielbefahrenen E10, wo wir am Aussichtspunkt Austnesfjorden anhalten. Aber bei dem Nebel kommt das Motiv „kleine weiße Kirche inmitten des blauen Meeres und umgeben von einer majestätischen Berglandschaft“ nicht richtig zur Geltung.

Schließlich erreichen wir Svalvær, die größte Stadt der Lofoten, und beziehen dort unser Hotelzimmer, bevor es zum Hafen geht. Und genau da schafft es die Sonne, die Wolkendecke zu durchbrechen und der Regen hört endlich auf.









