Roadtrip Norwegen 2026: Wanderung von der Gaskashytta zurück zum Parkplatz

Nach dem Frühstück packen wir unsere Rucksäcke, machen die Hütte sauber für unsere Nachfolger, verabschieden uns von unserem Nachbarn und wandern den gleichen Weg zurück, den wir vorgestern zur Hütte genommen hatten.

Ab und zu fährt ein Motorboot mit Volldampf über den See Altevatnet, doch zu uns dringt kein Motorengeräusch. Für uns scheint es lautlos dahinzugleiten. Am gegenüberliegenden Ufer stehen etliche Hütten zwischen den Birken. Alle mit einem riesigen Abstand zueinander. Einige waren auch belegt, wie wir Abends an den Lichtern erkennen konnten.

Wir sehen ein paar Rentiere rechts des Weges, ansonsten treffen wir niemanden. Da der Weg mehr bergab als bergauf führt und unsere Rucksäcke etwas weniger wiegen als auf dem Hinweg, sind wir über eine halbe Stunde schneller am Ziel. Unser Wagen wartet immer noch geduldig auf uns. Der Parkplatz ist in der Zwischenzeit etwas voller geworden, wir vermuten, dass diese Wagen zu der großen Gruppe gehören, die gestern an der Gaskashytta gezeltet hat.

Wir schmeissen die Rucksäcke in den Kofferraum und fahren die wenigen Kilometer zur Huskyfarm Innset. Wir bekommen ein Zimmer im Gästehaus. Da alle anderen Gäste sich eine Hütte geleistet haben, haben wir das riesige Haus für uns alleine.

Nach der Dusche und einem kleinen Mittagssnack geht Petra raus und begrüßt alle Hunde. Ich liege faul auf dem Sofa vor dem warmen Kamin und lese.

Kurz vor 17 Uhr heulen und bellen nach und nach alle Hunde wie verrückt. Die Fütterungszeit naht. Petra schließt sich der Gruppe der Helfer an, die die Fütterung der 87 Hunde nach einem einstudierten Plan durchführen.

Zunächst werden die circa 20 Hunde in den Zwingern angekettet. Wenn die 2-3 Hunde eines Zwingers angekettet sind, wird die Tür nicht mehr verschlossen, sondern durch einen Holzbalken offengehalten. Ein Helfer geht in der Zwischenzeit durch die Zwinger und an allen Hundehütten außerhalb entlang und sammelt die Köttel auf. Ein weiterer holt in einem Speisfass das Hundefutter. So wie es aussieht und riecht, besteht es aus Fleischabfällen, die durch den Fleichwolf gedreht wurden. Das Speisfass fährt er in einer Schubkarre von Zwinger zu Zwinger und in jeden Napf kommt eine Kelle. Den Napf bringt dann Petra in den Zwinger. Bei den Hunden, die nicht im Zwinger sondern an ihren Hütten gekettet sind, kommt eine Kelle Hundefutter auf das Blechdach.

Die Hunde, die noch kein Futter bekommen haben, gebärden sich in der Zwischenzeit wie verrückt. Sie heulen, sie bellen, sie zerren an ihren Ketten. Kaum haben sie ihre Futter, sind sie wieder normal. Sie schlingen ihre Mahlzeit in wenigen Sekunden hinunter, danach schnüffeln sie noch mal Boden und Napf ab, ob sie nichts übersehen haben, und legen sich zum Verdauen wieder hin. Zum Schluß werden die Wasserbehälter aufgefüllt, die Hunde abgekettet und die Türen wieder sorgfältig verschlossen.

Unsere Fütterung ist um sechs. Wir bekommen Elch-Bolognese, einen Salat und zum Schluß eine leckere Schokocreme mit frisch gepflückten Blaubeeren. Hier auf der Huskyfarm sind viele der Zutaten vom Hof selbst. Es gibt Hühner und Schweine und Gemüsegärten. Blaubeeren und Pilze kommen aus dem Wald. Elchfleisch und andere Lebensmittel werden nach Möglichkeit von lokalen Jägern und Bauern gekauft.

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